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Spannende und kunstvolle Actioncam Videos erstellen

Spannende und kunstvolle Actioncam Videos erstellen

„Warum sieht mein Video nicht so aufregend aus, wenn ich es mir auf dem Computer ansehe?“ Glaubt uns; wir haben uns diese Frage auch schon oft gestellt.

Der Trick bei Actioncam-Aufnahmen ist es, die Bewegungen für die Wahrnehmung unter Kontrolle zu bekommen. Auch wenn es sehr widersprüchlich erscheint, ist das Geheimnis der Spannung oftmals das Einbauen von langsameren Szenen in einem ausgewogenem Verhältnis. Als Faustregel gilt: je vielfältiger eure Aufnahmen sind, desto dynamischer kann das Endergebnis werden.

Dynamischer Inhalt

Zunächst solltet ihr euch mit dem Inhalt eurer Filme auseinander setzen. Dieser entscheidet über die Länge eurer Videos. Dennoch gilt auch hier: je mehr Schnitte, Szenen und Kameraaufnahmen ihr einbaut, desto mehr Abwechslung könnt ihr im Nachhinein schaffen. Eine Kamera mit einem Blickwinkel ist OK für eine Szene oder einige wenige aktionsreiche Sequenzen, jedoch langweilt das schnell bei einem längerem Video von etwa 5 Minuten. Merkt euch: Desto mehr Winkel, Perspektiven, Aktivitäten und Inhalte ihr aufnehmt, desto interessanter könnt ihr euren Film gestalten.

Achtet darauf verschiedene Eindrücke einzufangen (wie in diesem Video). So hat das Filmen der Verschnaufpause in dem ersten Video die nächste Szene direkt etwas spannender gestaltet!

Variiert eure Videoaufnahmen

Die meisten Menschen glauben, dass es bereits ausreicht eine Actioncam am Helm zu befestigen (oder an den Skiern, der Brusthalterung oder sonstiger, häufig genutzter Kamerapostion), um ein spannendes Video zu filmen. Ganz so einfach ist es aber leider nicht.

Innerhalb eines Videos werden dem Zuschauer verschiedene Gefühle durch Entfernungen, Geschwindigkeiten und Ausschnitten vermittelt. Einfacher gesagt: ihre Perspektive. Die Wahl der Kameraperspektive hat einen großen Einfluss auf die Wirkung eures Bildes. Seid ihr mit der Kamera zu weit weg, geht die Spannung der Szene verloren. Seid ihr zu nah dran oder  im entscheidenden Moment hinter, statt vor dem gefilmten Objekt, verpasst ihr unter Umständen wichtige Inhalte.

Sehen wir uns also die verschiedenen Kameraperspektiven näher an und schauen, wo es sich anbietet, diese in eure Videos einzubauen.

 

Kurzüberblick von Perskeptiven

Aus der Egoperspektive (Point of view, kurz POV) zu filmen ist perfekt, um die subjektive Wahrnehmung einer Situation mit dem Betrachter zu teilen. Das könnt ihr auf verschiedene Weisen erreichen. Montiert entweder eine Kamera auf eurem Helm oder an eurer Brust oder folgt eurem „Darsteller“ in kurzer Distanz mit der Kamera und filmt dessen Rücken und sein direktes Umfeld. Beide Varianten sind ein ideales Mittel, um dem Betrachter einen intimen Einblick zu verschaffen.

Um die POV-Perspektive effektiv einzusetzen und mehr Spannung zu erzeugen, sollte sich das Subjekt vorwärts bewegen und voll in Aktion sein. (Seien wir ehrlich, gemächliches Strampeln auf dem Fahrrad wie beim Sonntagsausflug wird niemanden vom Hocker reißen.). Rückansicht und POV-Shots erzeugen eine Art Tunneleffekt, denn diese Perspektiven schaffen eine enorme Spannung, zwischen ruhig stehenden Objekten am Bildrand und dem Subjekt, das sich schnell zwischen ihnen hindurch bewegt.

Hier ist ein Beispiel für Egoperspektive/Rückansicht:

 Fahrrad mit Actioncam

Frontalansicht

Bei dieser Perspektive handelt es sich um das genaue Gegenteil der Egoperspektive. Hier blickt die Kamera etwa auf Augenhöhe auf das Subjekt. Eine Perspektive, die für das Filmen von Actioncam-Videos nicht unbedingt gebräuchlich ist, da sich das Subjekt meistens sehr schnell bewegt und ein Kameramann diesem nur schwer vorauseilen kann.

Ihr könnt Sie aber für eure Zwecke ummünzen, indem ihr z.B. mit einer Helmkamera auf das Gesicht filmt und somit Gesichtsausdrücke hautnah festhaltet. Emotionen und Reaktionen auf bestimmte Ereignisse im Video, zum Beispiel ein geglückter Trick oder ein Sturz, lassen sich so gut einfangen. Diese Einstellungen sollten im finalen Video jedoch mit Bedacht eingesetzt werden und möglichst Highlights in der Handlung unterstreichen.

Skateboarder mit Trick

Vogelperspektive

Die Vogelperspektive bietet sich an, wenn ihr einen höher gelegenen Aussichtspunkt, z.B. ein Dach oder einen Turm, erreichen könnt. Von hier aus könnt ihr schräg auf euer Subjekt herabfilmen. Sie erlaubt lange, cinematische Kameraschwenks, die der Action folgen. Gleichzeitig verliert ihr gegenüber näheren Perspektiven an Details. Daher bieten sich Vogelperspektiven oder Draufsichten vor allem an, um eine Szenerie zu etablieren sowie Bewegungsabläufe zu zeigen, die in einer Nahaufnahme nicht vollständig erfasst werden können.Basketballer am Spielen

Seitliche Perspektive

Mit der seitlichen Perspektive könnt ihr ideal das Verhältnis zwischen eurem Subjekt und dessen Umgebung vermitteln. Dabei könnt ihr aus mittlerer Diszant oder im Weitwinkel arbeiten. Größe und Geschwindigkeit werden hier am deutlichsten eingefangen, weshalb diese Perspektive ideal ist, um zum Beispiel Sprünge über Abgründe beim Skateboarden, Snowboarden oder Parkour zu filmen. Für solche Aufnahmen bietet sich allerdings eine Kamera mit Stativ an, um stark wackelnde Aufnahmen zu vermeiden. Für die Arbeit mit Actioncams bietet sich daher die diagonale Perspektive besser an.

seitliche perspektive

Diagonale Perspektive

Bei der diagonalen Perspektive befindet sich die Kamera zwischen Frontalansicht/Rückansicht und seitlicher Perspektive. Das Subjekt kann sich auf die Kamera zu oder weg bewegen während es gleichzeitig im Verhältnis zu dessen Umgebung wahrgenommen wird. In dieser Perspektive entsteht ein deutliches Gefühl für die räumliche Tiefe der Bewegung. Für Actioncam-Videos ist dies eine der besten Perspektiven, weil sowohl das Setting als auch die Bewegung in einer einzelnen Aufnahme erfasst werden. Mit etwas Übung (passt bitte immer vorrängig auf, was vor euch im Weg steht!), einem guten Auge für die Bildaufteilung und einer ruhigen Hand, lässt sich diese Perspektive ideal für die meisten Action-Videos einsetzen.

Fahrradfahrer auf einem Berg

„Dutch Angle“

Diese Kameraperspektive wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem im expressionistischen Film und Avantgarde Kino etabliert, ursprünglich um surreale, desorientierende Bilder zu erschaffen. Heute werden damit oft allgemein Kameraperspektiven bezeichnet, bei denen die Kamera schräg zu einer Seite gekippt wird.

Diese Perspektive lässt sich dann hilfreich einsetzen, wenn sich das gefilmte Subjekt in starker Schräglage befindet, z.B. beim Skaten in einer Halfpipe oder beim Gitarrensolo auf der Bühne. Indem die Kamera gekippt wird und das Subjekt wieder gerade erscheinen lässt, kann dem Betrachter eine neue Wahrnehmung vermittelt werden.

Man sieht gut, wie die „Dutch Angle“ wirkt:

Windsurfer auf dem Wasser

Ein kurzer Überblick über Aufnahmetechniken

Um die bisher genannten Elemente am besten zu kombinieren und variieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der einfachste ist, mehrere Kameras gleichzeitig zu verwenden. Wenn ihr jedoch nur eine Kamera besitzt, müsst ihr ein wenig manipulieren. Macht mehrere Aufnahmen von der gleichen Szene. Dabei sollte jeder Durchgang aus einem anderen Winkel mit einer neuen Perspektive abgelichtet werden.

Tipp: Probiert mehrere Aufnahmen mit der selben Perspektive von verschiedenen Umgebungen zusammenzustellen.

Erinnert euch daran, wie wichtig die Vielfalt des Videomaterials ist. Die Ideen dafür sind nicht in den Kopf eines Jeden gebrannt, aber kommen oftmals von ganz allein, wenn ihr erst einmal draußen bei einem Abenteuer seid. Versucht bei jeder Gelegenheit daran zu denken, wie beispielsweise während einer Ruhepause, vor einem neuen Lauf oder dem nächsten Erlebnis.

Kreativität in der Postproduktion

Die Wiedergabegeschwindigkeit ist ein sehr wichtiges Werkzeug für Actionfilme. Achtet darauf, immer eine hohe Bildrate während des Filmens zu benutzen. Andernfalls könnt ihr keine Funktionen zur Anpassung der Wiedergabegeschwindigkeit nutzen, ohne die Qualität des Videos zu verschlechtern.

Bei Aufnahmen von actionreichen Sportarten, wie Skateboarden oder Parcours, kann es hilfreich sein die Wiedergabe im Nachhinein zu verlangsamen, während ein komplizierter Bewegungsablauf stattfindet. Wenn ihr Filmmaterial ohne viel Dynamik habt, kann dieses Material beschleunigt werden und für die notwendige Abwechslung sorgen. (Ein weiterer Tipp: Wenn ihr die Geschwindigkeit verändert, sollter ihr sicherstellen, dass die Veränderungen auch zur Musik und Action passen)

In MAGIX Fastcut findet ihr die Option „Geschwindigkeit“ und darunter „Zeitlupe/Zeitraffer“. In der Checkbox darunter befindet sich „Video rückwärts abspielen“. In Video deluxe findet ihr diese Optionen unter „Effekte → Geschwindigkeit“. Hier befindet sich ein Schieberegler mit einem Multiplikator, um die Wiedergabegeschwindigkeit zu sehen.

Ein Auge für Sound-Details

Vergesst nicht euch ebenfalls dem Sound zu widmen.

Erst müsst ihr schauen, ob das Audio-Rohmaterial überhaupt nutzbar ist. Dann sind folgende Dinge zu berücksichtigen, bevor es zum finalen Schnitt geht.

  • Lautstärkeverhältnis
  • Hintergrundmusik
  • Audiorestauration für Übersteuerungen und Störgeräusche
  • Audiodesign (falls ihr schlechtes Audiomaterial übersetzen müsst)

Wir haben hier einen nützlichen Artikel, welcher diesbezüglich noch tiefgründiger ist.

Der richtige Mix macht’s

Experimentiert mit diesen verschiedenen Tools und Techniken, um Tempo, Intensität und Story eures Films zu beeinflusen. Mit gutem Footage und diesen Werkzeugen, werdet ihr in der Lage sein, verschiedene Spannungsbögen zu kreieren. Findet euren eigenen Stil!

Wenn ihr nach einer kostenlosen Videobearbeitungssoftware für eure Actioncam sucht, könnt hier Fastcut probieren. Oder testet Video deluxe für 30 Tage. Frohes Filmen!

Durch die Kombination verschiedener Kamerapositionen könnt ihr die Dynamik eures Films gezielt kontrollieren. Durch die Montage verschiedener Einstellungen könnt ihr kontrollieren, wo im Bild sich das Subjekt befindet und wie schnell es sich im Verhältnis zur Kamera bewegt. Durch diesen Mix aus schnellen und langsamen Einstellungen erzeugt ihr ultimative Spannung beim Betrachter und könnt immer genau die Kameraperspektive wählen, die die Bewegung am besten einfängt.

Um das zu veranschaulichen, stellt euch einen Skateboarder vor, der eine Kamera trägt und im Verhältnis dazu einen Skateboarder, der seitlich im Weitwinkel gefilmt wird. Welchen nehmt ihr als schneller wahr? Warum?

Es gibt nicht die eine, perfekte Kameraperspektive für eure Actioncam-Videos. Erst durch den richtigen Mix verschiedener Perspektiven könnt ihr die volle Dynamik der Bewegungen einfangen und ein spannendes Actioncam-Video erstellen. Daher ein letzter Tipp: Da die meisten von uns keine drei Kameras besitzen und eure Freunde vielleicht keine Lust haben, einen ganzen Nachmittag zu opfern, bis euch die perfekten Aufnahmen gelungen sind, filmt eure Tricks einfach selbst und wiederholt sie an den gleichen Orten aber mit verschiedenen Kameraperspektiven. Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

Hier findet ihr noch mehr Beispiele für Kameraperspektiven und Einstellungen:

Weiterführende Links:

http://www.videomaker.com/article/9128-all-about-camera-angles

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