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Die Qual der Kamerawahl

Die Qual der Kamerawahl

Wer kennt es nicht. Wenn es darum geht für ein Projekt die richtige Kamera zu finden, können schon mal Tage vergehen. Das riesige Angebot von dutzenden Herstellern sowie etliche Equipment-Reviews, machen die Entscheidungsfindung nicht gerade einfacher. Zudem scheinen dem Ganzen in Hinblick auf Preise und Ausstattung keine Grenze gesetzt zu sein.

Daher wollen wir euch an dieser Stelle etwas unter die Arme greifen und einige wertvolle Tipps bei der Kamerawahl an die Hand geben.

Ausleihen statt kaufen

Equipment ist häufig sehr teuer. Doch muss vieles gar nicht erst gekauft werden! Geräte lassen sich ausleihen, Requisiten und andere Ausrüstungsgegenstände wie z. B. Reflektoren mit einfachen Mitteln nachbauen. Idealerweise richtet sich das Projekt nach euren Vorstellungen und weniger nach der Ausrüstung.

Wieviel Technik braucht der Film also wirklich? Das hängt in erster Linie davon ab, was für eine Art Film gedreht werden soll. Wenn es ein Kammerspiel mit Wackelkamera werden soll, braucht es nicht viel. In anderen Fällen, wie der Aufnahme einer Live-Session mit Musikern, wird es schon etwas aufwändiger.

Kamera-Vergleich: Kinokamera, Camcorder, DSLR

Es gibt verschiedene Kameraarten und somit Unterschiede hinsichtlich der Kosten, der Funktionen und der Bedienung. Eine echte Kinokamera kostet natürlich deutlich mehr als eine Spiegelreflexkamera. Bedenkt aber, dass ihr euch, wie oben angesprochen, eine ausleihen könnt.

Die digitale Kinokamera setzt Bildsensoren und digitale Medien zur Bildaufzeichnung ein. Der Camcorder zeichnet sich dadurch aus, dass er einen integrierten Videorekorder besitzt. Dadurch die Namensgebung. Bei der Spiegelreflexkamera befindet sich zwischen Objektiv und Bildebene ein wegklappbarer Spiegel.

Beachtet dabei auch, dass weiteres Zusatz-Equipment (Monitor, Rig, Focus usw.) die Kosten noch weiter in die Höhe treibt.

Bei den Funktionen sollte man vor allem auf die Möglichkeit achten, die Tiefenschärfe zu reduzieren. Denn um ein wirklich cineastisches Bild zu erhalten, dürfen nicht alle Bildbereiche gleichermaßen scharf werden. Beim Handling spielen Größe und Gewicht eine Rolle, gerade wenn ihr bei den Aufnahmen spontan, flexibel und mobil bleiben wollt.

AVCHD, HDV, DV?

Eine einfache DV-Kamera kann oftmals genug sein. Die Auflösung einer DV-Kamera reicht in jedem Fall für DVD-Qualität. Selbst wenn HDV-Material verwendet wird, hat die DVD dadurch keine höhere Auflösung.

Bei HD habt ihr die Auswahl zwischen einer HDV- und einer AVCHD-Kamera. Die Vorteile von HD sind klar: Die höhere Auflösung führt zu schärferen Bildern. Mittlerweile haben die meisten Haushalte Plasma- oder LCD-Fernseher, die Material in HD wiedergeben können. Die Nachteile: HDV-Kameras produzieren technisch bedingt meist mehr Artefakte als gute DV-Kameras. HD-Material benötigt außerdem mehr Rechenleistung und Speicherplatz.

Artefakte sind technisch bedingte Bildfehler, z. B. Farbflächen, die auftreten können, wenn ein unkomprimiertes Ausgangsmaterial zu stark komprimiert wird. Der Unterschied zwischen AVCHD und HDV liegt zunächst einmal im verwendeten Codec. AVCHD verwendet H.264/MPEG-4, während HDV in MPEG-2 aufnimmt. AVCHD nimmt zudem in Full-HD auf. Das heißt, die Auflösung von AVCHD beträgt 1920×1080 Pixel.

HDV hingegen nimmt in 1440×1080 Pixeln auf, kann aber die horizontalen Pixel so strecken, dass ein unverzerrtes Bild im Verhältnis 1920×1080 entsteht. Eine Konsequenz daraus ist, dass Artefakte bei AVCHD weniger sichtbar sind.

Während AVCHD in jedem Fall auf eine Speicherkarte oder eine interne Festplatte speichert, kann HDV auch auf Kassette aufgenommen werden.

Austattung

Allein das Format ist natürlich bei der Auswahl der richtigen Kamera nicht entscheidend. Genauso wichtig sind die Einstellmöglichkeiten, die die Kamera bietet. Allgemein ist unser Tipp: Geht zum Kamerakauf in den Fachhandel und probiert verschiedene Geräte aus. Schaut, wie eine Kamera in der Hand liegt und wie gut ihr an einzelne Funktionen mit den Händen herankommt.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Amateur-Kameras und semiprofessionellen Kameras ist, dass letztere mehr Knöpfe zum direkten Einstellen haben und man nicht lange in Menüs herumsuchen muss.

Zoom-Möglichkeiten sind ebenfalls ein wichtiges Thema: Vergleicht den optischen Zoom eurer Favoriten! Bei manchen Kameras kann sogar das Objektiv ausgetauscht werden. Eine solche Option wird aber nur gebraucht, wenn ihr auch dazu bereit seid, in zusätzliche Objektive zu investieren.

Weitere Optionen, die wir sinnvoll finden und auf die ihr achten könnt:

Einstellrädchen für Shutterspeed, Weißabgleich, Gain, XLR-Eingänge, manuelle Tonaussteuerung, frei belegbare Schnellzugriffknöpfe und die Möglichkeit, verschiedene Voreinstellungen zu speichern.

Zusatz: Stativ

Sofern ihr euch für eine Kamera entschieden habt, kann ein dazugehörige Stativ sehr nützlich sein. Es hat den Zweck, die Kamera zu stabilisieren,Verwacklungen zu verhindern oder eine bestimmte Aufnahmeposition festzuhalten. Ein Stativ ist schlichtweg unabdingbar – es ist das wichtigste Hilfsmittel für die Kamera!

Neben der generellen Bildstabilisierung, kann ein Stativ sehr gut bei der Aufnahme von Panorama-Schwenks helfen, wobei die horizontale Position der Kamera fixiert und die Kamera dann um die vertikale Achse des Stativs frei gedreht wird.

Am weitesten verbreitet sind Dreibeinstative, häufig aus Aluminium, die leicht zu transportieren sind. Je nach Bauart sind die Beine verlängerbar und der Stativkopf (der Aufsatz, auf dem die Kamera aufgeschraubt ist) dreh- und schwenkbar.

Als Ergänzung gibt es Tischstative, die wesentlich kleiner sind und in der Regel auf einer Erhöhung wie einem Tisch platziert werden müssen. Diese können vor allem in Situationen, in denen ein normales Stativ zu umständlich oder wackelig wäre, weiterhelfen.

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