News, Stories & Inspiration zu unserer Multimedia-Software

Dynamische Actioncam-Videos erstellen, Teil 3: Audiobearbeitung

Dynamische Actioncam-Videos erstellen, Teil 3: Audiobearbeitung

Das ist der letzte Teil unserer Serie für spannendere und künstlerischere Actioncam-Videos und wir befassen uns mit einem eher abstrakten Spezialgebiet: eurer Tonspur.

Auch wenn die Videoaufnahmen noch so gelungen sind, leiden viele Videos unter einer schlechten Soundqualität. Stellt euch eine spannende Ski-Abfahrt vor, deren Aufnahmen komplett von Windgeräuschen überlagert werden. Daher gilt folgende Regel: Schlechte Audioaufnahmen sollten bereits beim Filmen verhindert und, wenn nötig, mit Musik ersetzt werden. Deshalb zeigen wir euch, wie ihr das in MAGIX Fastcut und Video deluxe bewerkstelligen könnt.

 Ein Blick in die Werkzeugkiste

Schauen wir uns zunächst einmal eure Ausrüstung an: was ihr bereits besitzt, braucht und unbedingt auf eure Wunschliste für Weihnachten oder den nächsten Geburtstag schreiben solltet. Wenn ihr noch keinen Windschutz für euer Mikrofon habt, ist es höchste Zeit, euch einen zu besorgen (oder sich zumindest einige der DIY Hacks dazu auf YouTube anzusehen). Ohne Windschutz ist es fast unmöglich, eine gute Audioqualität zu erzielen. Ist das Ausgangsmaterial nicht gut, sind auch die Optionen in der Nachbearbeitung begrenzt. Solltet ihr gerade merken, dass ihr gar kein separates Mikrofon für eure Actioncam habt, solltet ihr dieses gleich mit auf eure Liste setzen.

Generell solltet ihr euch schon im Vorfeld überlegen, ob ihr die Tonspur eurer Aufnahmen im finalen Video verwenden oder ohnehin mit Hintergrundmusik arbeiten wollt. Musik kann die Wirkung eurer Videos verändern sowie von schlechter Tonqualität ablenken. Wenn ihr mit Hintergrundmusik arbeiten wollt, solltet ihr eure Szenen unbedingt passend auf diese schneiden.

Was könnt ihr also gegen schlechte Audioqualität tun? Es bieten sich folgende Möglichkeiten:

  • Plug-ins zur Reduktion von Störgeräuschen
  • Separate Spuren für Ton und Bild
  • Audio Software

Diese sind abhängig von eurem Equipment und eurer Software. Eure individuellen Möglichkeiten für die Postproduktion solltet ihr am besten schon beim Filmen berücksichtigen.

 Die Audioqualität prüfen

Der erste Schritt der Postproduktion ist die „Sichtung“ eures Audiomaterials. Ist die rohe Aufnahme geeignet und die Lautstärke gleichmäßig genug für das Video, d.h. ohne extreme Lautstärkeschwankungen in den einzelnen Szenen? Nur weil an einzelnen Stellen Störgeräusche oder Übersteuerungen auftauchen, ist die Tonspur nicht grundsätzlich unbrauchbar. Es gilt jedoch: Je besser der Sound, desto besser die Wirkung des Videos.

Vergleicht beispielsweise diese beiden Mountainbike Videos:

https://youtu.be/eagElg8YnZY

https://youtu.be/8iM6S0biVeU

Beide Videos sind sehr gelungen, im zweiten Beispiel wird jedoch deutlich, wie die Tonspur vom eigentlichen Film ablenkt. Spielt das Video noch einmal ab und schließt dabei eure Augen. Ihr werdet jedes Geräusch des Fahrrads extrem gut hören. Auch das Windrauschen an der Kamera sowie Übersteuerung der Tonspur bei Minute 3:40. Genau solche unschönen Details können wir in der Postproduktion beheben, entweder mit Plug-ins zur Reduktion von Störgeräuschen oder durch die Verwendung eines Kompressors. Wenn beide Optionen nicht zu einem schönen Ergebnis führen, solltet ihr euch die folgende Frage stellen:

Brauche ich die Audioaufnahme wirklich? 

Unbrauchbare Aufnahmen sind kein Problem. Unbrauchbare Aufnahmen in euren Videos zu verwenden allerdings schon. Im schlimmsten Fall bieten sich euch verschiedene Möglichkeiten: legt Musik unter euer Video und reduziert die Lautstärke der Tonaufnahmen auf ein Minimum, entfernt eure Tonaufnahmen komplett oder fälscht die Tonaufnahme.

Durch die Verwendung von Musik könnt ihr von den Schwächen eurer Audiospur ablenken. Dazu sollte die Musik auf jeden Fall lauter als die restlichen Audiospuren sein. Wenn ihr hier keinen harmonischen Mix hinbekommt oder die Störgeräusche immer noch zu sehr auffallen, entfernt die Tonspur komplett und verwendet nur Hintergrundmusik.

Wenn ihr etwas mehr Zeit aufwenden wollt und bereits Erfahrungen in der Tonbearbeitung habt, könnt ihr auch die Tonspur fälschen. Hierfür könnt ihr entweder eigene Tonaufnahmen aus anderen Situationen nutzen, die nötigen Geräusche extra aufnahmen oder im Internet entsprechende lizenzfreie Aufnahmen herunterladen.

Audiobearbeitung mit Fastcut

Fastcut wurde entwickelt, um schnell Kamerafootage und Audioaufnahmen zu schneiden, zu optimieren und mit passender Musik zu versehen. Alle Audiooptionen findet ihr im Menü rechts neben dem Vorschaubildschirm. Stellt sicher, dass die Lautstärke eurer Aufnahmen einheitlich ist und keine lauten oder leisen Ausreißer vorkommen. Neben der Anpassung der Lautstärke findet ihr unter „Audio optimieren“ auch verschiedene Voreinstellungen für die Reduzierung von Störgeräuschen.

Anschließend könnt ihr Musik hinzufügen und diese einfach in die Timeline ziehen. Ein gutes Lautstärkeverhältnis zwischen Musik und Tonaufnahmen ist sehr wichtig. Idealerweise sollten die Tonaufnahmen 10 – 20% der Lautstärke der Musik entsprechen.

Wenn es schnell gehen soll, könnt ihr eure Aufnahmen auch direkt mit einer der Schnittvorlagen in Fastcut bearbeiten und diese automatisch auf passende Musik schneiden lassen. Anschließend könnt ihr entscheiden, ob ihr die Tonaufnahmen der einzelnen Clips verwenden wollt oder nicht,

Audiobearbeitung mit Video deluxe

Video deluxe erlaubt euch eine umfassende Bearbeitung euer Tonaufnahmen. Hier findet ihr zahlreiche Möglichkeiten Reduzierung von Störgeräuschen und zur Optimierung eurer Aufnahmen. Öffnet dazu den Audio Cleaner über das Effektmenü (Audioeffekte oder Shortcut Alt+A) oder per Rechtsklick auf das Audioobjekt in der Timeline. Der DeClipper reduziert Übersteuerungen in euren Aufnahmen. Mit dem DeNoiser könnt ihr einzelne Geräusche wie Windrauschen oder Kamerabrummen reduzieren. Der DeHisser ermöglicht euch bestimmte Frequenzen aus euren Aufnahmen zu filtern und die Klarheit des Sounds zu verbessern.

Wenn ihr Probleme mit Übersteuerungen oder extremen Lautstärkeschwankungen habt, könnt ihr einen Kompressor auf die Tonaufnahme anwenden. Insgesamt bieten sich euch sechs Voreinstellungen, die ihr nutzen könnt. Wenn ihr schon Erfahrung mit der Anwendung habt, könnt ihr die Einstellungen auch selbst vornehmen und das Verhältnis von lauten und leisen Stellen manuell angleichen. Dadurch wird die Audiospur insgesamt einheitlicher.

Obwohl ihr Audioeffekte anwenden könnt ohne Bild- und Tonspur voneinander zu trennen, kann es Sinn machen, diese zu separieren. Insbesondere wenn ihr mit „gefälschten“ Aufnahmen arbeiten wollt, erleichtert das die Arbeit sehr und ihr könnt neue Audioobjekte einfach unterhalb des Videos anordnen und die alte Tonspur entfernen. Mit einem Rechtsklick auf das Videoobjekt könnt ihr Video und Tonspur voneinander trennen (Shortcut Strg+H). Auch Soundeffekte könnt ihr so hinzufügen.

Um eure Tonaufnahmen vor der Bearbeitung in Video deluxe zu optimieren, könnt ihr diese auch in Video Sound Cleaning Lab bearbeiten und anschließend eurem Videoprojekt hinzufügen. Hier finden sich noch mehr Möglichkeiten für die Audiooptimierung. Exportiert dazu aus Video deluxe heraus die Tonspur über „Export“ > „Film exportieren“ > „Audio als WAV exportieren“ und öffnet sie anschließend in Video Sound Cleaning Lab.

Zusammenfassung

Wir können es nur immer wieder feststellen: Actioncam-Videos werden durch Musik aufgewertet. Auch jede Optimierung eurer Tonaufnahmen verbessert die Wirkung eurer Videos. Unbearbeitete Tonaufnahmen, insbesondere sehr laute, sollten unbedingt vermieden werden. Mit Musik könnt ihr die Ohren davon ablenken und Lautstärkeschwankungen und Geräusche in euren Aufnahmen kaschieren. Achtet beim Mix auf ein gutes Verhältnis von Musik und Tonaufnahmen. Es wird vielleicht eine Weile und einige Experimente brauchen, bis ihr ein Gespür für den richtigen Mix und die Behebung von Störgeräuschen habt. Aber spannende Videos mit guter Soundqualität und begeisterte Zuschauer werden eure Mühen wettmachen.

Um noch einmal unsere Tipps zur richtigen Montage und perfekten Kameraperspektiven für Actioncam-Videos nachzulesen, schaut euch Teil 1 und Teil 2 unsere Serie an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *