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Interview mit Keyza Soze: Mein Weg vom Mixtape bis zum eigenen Album

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Keyza Soze erzählt seine Erfolgsgeschichte und gibt Tipps für den Start einer musikalischen Karriere

Keyza Soze ist Hip-Hop Produzent. Er arbeitete bereits mit vielen großen Berliner und internationalen Hip-Hop Größen und schaffte es mit seinen Beats für das Album von Massiv in die deutschen Charts. Nebenbei ist er im Bereich Schulung für MAGIX Software und ist Autor des Buches „Digitale Musikproduktion – von der Idee zum fertigen Song“. Von seiner Erfahrung können aufstrebende Musiker viel lernen. Grund genug, in einem Interview mehr darüber zu erfahren.

Wie kamst du dazu, Musik zu machen?

Ich war als Kind nie wirklich interessiert daran, eigene Musik zu machen. Ich hatte damals einfach keine Lust, Noten zu lernen. Meine Geschwister waren sehr Musik-begeistert, deshalb hörte ich schon in jungen Jahren viel Musik. Das war aber nicht nur Hip-Hop, sondern alle möglichen Genres. So entwickelte sich bei mir schon früh ein Gefühl für das, „was sich gut anhört“. Als dann die ersten CD-Brenner auf den Markt kamen fing ich an, meine eigenen Mixtapes (Anmerkung der Redaktion: „Mixtape“ sagt man auch zu Mix-CDs, nicht nur zu Kassetten) zusammenzustellen, zu brennen und einfach in der Nachbarschaft zu verkaufen. Schließlich gab es damals noch kein Internet, und diese Hip-Hop-Musik war schwierig zu bekommen. Das brachte mir dann auch eine gewisse Bekanntheit in meiner Gegend als „Der Junge mit der coolen Mucke“ ein.

Wie ging es los, dass du deine eigenen Tracks machen wolltest?

Freunde von mir hatten zuhause einen Computer auf dem MAGIX Music Maker 1.0 installiert war und bastelten hier auch regelmäßig an Beats. Ich schaute erst nur zu, aber fand auch bald Gefallen daran, eigene Musik zu gestalten. Wir  haben uns von Filmen, anderen Musikstücken und sonstigen Quellen kleine Samples ausgeschnitten, sie mit Drums hinterlegt und unsere eigenen Beats gebastelt. Das war aber nie mit dem Hintergedanken, großartig berühmt zu werden. Wir hatten einfach Spaß daran.“

Wie kam die Zusammenarbeit mit den großen Berliner Underground-Rappern zustande?

Das kam auch durch meine Mixtapes. Ich habe die CDs selber gebrannt und auch alle Covers selbst gedruckt. Ich war also regelmäßig im Kopierladen, in dem zufällig auch Taktloss und Jack Orsen (der bei Royal Bunker, einem bekannten Berliner Recordlabel, arbeitete) die Covers für ihre Kassetten druckten. Irgendwann kamen sie auf mich zu und sprachen mich auf meine CDs an. Ich drückte ihnen irgendwann auch ein paar Beats von mir in die Hand,, und sie rappten darauf. Über sie lernte ich auch die anderen bekannten Rapper wie Prinz Pi und MC Basstard kennen.“

Wie veränderte sich deine Arbeitsweise, als deine Projekte in eine professionellere Richtung gingen?

Zunächst musste ich mir eine neue Software suchen. Der Music Maker war super für den Anfang, weil hier die grundlegenden Funktionen und Arbeitsweisen klar strukturiert und einfach zu erlernen sind. Zu dieser Zeit beherrschte er aber im Gegensatz zu heute noch kein MIDI und der Funktionsumfang reichte irgendwann einfach nicht mehr aus. Also stieg ich nach langem Rumprobieren verschiedener Programme auf Logic um. Als es Logic nur noch für den MAC gab, musste ich mir wieder eine neue Software suchen und stieß auf Samplitude. Der ähnliche Workflow und die guten Ergebnisse überzeugen mich noch heute. Des weiteren habe ich inzwischen die Möglichkeit, direkt an die Entwickler heranzutreten und ihnen eigene Verbesserungsvorschläge zu liefern.

Wann kam der Punkt, an dem du dich selbst tatsächlich als Komponist gesehen hast und nicht mehr als der „Junge mit den Beats?“

Das muss wohl mit meinem Album aus dem Jahr 2007 zusammenhängen. Die Projekte vorher waren für mich eine gute Übung, und ich konnte Erfahrungen sammeln. Dass ich tatsächlich abmischte und alle Schritte der CD-Produktion selbst verfolgte, kam erst mit meinem Album „Der Komponist“. Vorher komponierte ich nur die Beats und überließ das Mastern und Abmischen lieber den Anderen.

Würdest du das Album auch als deinen größten Erfolg bezeichen?

Es gab so viele kleine Erfolge. Zum Beispiel hatte ich die Möglichkeit, meine Lieblingskünstler aus Amerika wie „Devin the Dude“ kennen zu lernen und mit ihnen Musik zu machen. Über Devin lernte ich auch zufällig Petey Pablo kennen, dem ich dann auch Beats geben konnte. Aber das Album „Komponist“ war wahrscheinlich doch der größte Erfolg. Ich konnte so viel lernen und habe das Album von den Beats bis zum Albumcover komplett alleine gestaltet. Das macht schon stolz.

Was würdest du jungen angehenden Musikern empfehlen?

Wenn mich jemand fragen würde, wie er anfangen soll Beats zu machen, würde ich auf jeden Fall den Music Maker als Einstiegsprogramm empfehlen. Nicht weil ich für MAGIX tätig bin oder es selber so gemacht habe, sondern einfach weil es in meinen Augen die beste Software in diesem Segment ist, um in die Materie einzusteigen und zu lernen. Später wird es nicht mehr ausreichen, aber zum Lernen ist es perfekt. Außerdem würde ich jedem Musiker empfehlen, viel auszuprobieren und langsam Bekanntheit aufzubauen. Das heißt, nicht gleich nach der ganzen Welt oder dem Land zu greifen, sondern sich erstmal in der eigenen Nachbarschaft einen Namen mit seiner Musik zu machen. Viele machen auch den Fehler, sich auf ein Genre festzulegen und starr dabei zu bleiben. Ich selber höre viel unterschiedliche Musik, um neue Anregungen zu bekommen. Ich finde man sollte auch in meinem Bereich Britney Spears oder Lady Gaga hören. Das heißt nicht, dass ich diese Musik gut finde, aber sie ist so hochwertig produziert, dass man von ihr sehr viel lernen kann. Ich höre mir solche Musik an, um z.B. Effekte oder neue Techniken herauszuhören, nachzubauen und mit anderem Kontext in meine eigenen Lieder einzufügen.

Was hast du als nächstes geplant?

Im Augenblick muss ich viel arbeiten und habe leider nicht unbegrenzt Zeit, um Musik zu machen. Aber laufende Projekte sind Kooperationen mit amerikanischen Rappern wie K-Rino und anderen. Demnächst möchte ich auch mit „Der Komponist 2“ anfangen, aber da ich alle meine Projekte alleine bewerkstellige, wird das wohl noch ein bisschen dauern.

Ah, da fällt mir noch ein Tipp für junge Musiker ein: Wenn du tatsächlich Erfolg im Musikbusiness haben möchtest, schaffst du es nicht alleine. Such dir irgendjemanden der für dich PR macht und die ganzen Projekte, die nebenher laufen, organisiert. Wie willst du Musik machen und gleichzeitig die ganze Zeit am Telefon hängen?

Vielen Dank für diesen Einblick in den Alltag und den Aufstieg eines jungen Produzenten und Komponisten. Viel Glück noch für alle weiteren Projekte.