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Konzertbericht Lena: Die bange Song-Contest-Frage

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Lenas Tourauftakt: Schafft Lena den Eurovision Song Contest? (Bildquelle: offizielle Homepage von Lena Meyer-Landrut)

Einer geschenkten Ente schaut man nicht in den Schnabel. Dieses an Lenas Gesangsstil leicht angepasste Sprichwort gilt sicherlich auch für mein Konzerterlebnis aufgrund von gewonnenen Karten am gestrigen Abend.Trotzdem gibt’s hier schonungslos die knallharten Fakten über den Tourauftakt von Lena Meyer-Landrut in Berlin, auch im Hinblick auf ihre Chancen beim Eurovision Song Contest…


Gut gelaunter Tourauftakt für Role-Model Meyer-Landrut

Das allererste Konzert mit großer Band, Tänzern und Lightshow:  Ich fragte mich schon, ob die 19-jährige Lena das durchsteht, speziell ihre Stimme. Vor tausenden von Leuten zu spielen: Diese Erfahrung war ja der Hannoveranerin ja bereits letztes Jahr beim Eurovision Song Contest in Oslo vergönnt gewesen – inklusive anschließendem Mega-Erfolg. Etwas gemütlicher ging es in der großen Mehrzweckhalle am Ostbahnhof zu – einige Plätze waren nicht besetzt, nur ca. 6000 Besucher sollen gekommen sein. Von der Vorband “Kleinstadthelden”, wohl noch jünger als Lena selbst, wurde die Schar in der Halle gut aufgewärmt, sogar zum Aufstehen und Tanzen gebracht.

Die quirlige ESC-Gewinnerin vergraulte die Hallenbesucher nicht wieder auf die Plätze, sondern sorgte bereits mit ihrem Eröffnungstrack für weiteres Tanzen. Und das ist bei den relativ loungigen, man könnte auch “lahmen” Songs sagen, keine Selbstverständlichkeit. Aber die sehr gute Live-Band gab solchen “Wadde-Hadde-Du-Denn-Da”-Variationen aus der Raab-Küche doch noch überraschenden Drive.

Böse Mädchen kommen überallhin – brave Mädchen gehen zum Lena-Konzert

Man sollte auch nicht die treuen Fans unterschätzen, speziell hier die Mädchen – so im Alter zwischen 8 und 12 – ihre Mütter und noch eine Riege von Anfangszwanzigerinnen – die auch bei chilligen Titeln fleißig ihre Hände bewegten und tanzten. Allesamt gut gekleidet und mit gutem Benehmen, wie auch ihr bildungsbürgerliches Role-Model Lena: Zwar frech und selbstbewusst, aber doch mit druckreifem Deutsch und im vernünftigen Freizeitlook gekleidet. Die ganze Lena-Art zeigt den jungen Damen: Es ist nicht peinlich, gute Noten zu haben und sich brav ins Familienleben im Reihenhaus einzufügen. Man kann trotzdem selbstbewusst sein und seinen Spaß haben. Es muss nicht alles so sexy wie bei Britney Spears, street credible wie bei Rihanna oder alkoholisiert und verdrogt wie bei Ke$a ablaufen. (Auch teutonische Bardinnen wie Jeannette Biedermann haben ein sexy Image mit peinlichem Gestöhne zu “Undress to that beat” avisiert.) Während Britney in ihrem aktuellen Album einmal mehr die Arbeit des Schornsteinfegers für pseudoerotische Metaphern verwendet, würde Lena einfach sich den Hut des Schornsteinfegers schnappen und aufsetzen -das ist der Unterschied.

Dass das Konzert selbst für mich, der ich die nicht immer perfekten Töne von Lena und ihre Art Sprechgesang nicht so zu schätzen weiß, ein Spaß war, lag sicherlich an ihrer ehrlich, natürlichen Art. Letztendlich singen ja auch andere wie Kate Nash aus dem Flausenkopf-Radio auch nicht perfekt und verwenden ebenso diesen aufgesetzten Cockney-Akzent – oder war es Eliza Doolittle aus “My fair Lady”? In Großaufnahme auf den Screens abgebildet, merkte man jedenfalls, dass die Sängerin Freude am ersten großen Auftritt hatte, wie sie ja auch am Ende des Konzerts glaubhaft beteuerte.

Ach ja, zur Gretchen-, pardon, zur Eurovisionsfrage: Schafft Lena Platz eins bei dem Wettbewerb, der sogar im arabischen Raum rezipiert wird, oder nicht? Schwer zu sagen: “Taken by a stranger” war perfekt vom Tanz bis zum Outfit der Sängerin. Da das Lied per se gehaucht vorgetragen wurde, hörte man kaum etwas von der Stimme. Der düsteren, mysteriösen Stimmung des Songs entsprechend, zeigte Lena auch ein recht ernstes Gesicht. Das Besondere an der Sängerin – ihre Lockerheit und ihr Fröhlichsein, kam hier nicht ganz rüber. Der Song bekam vom Publikum viel Applaus. Aber den erhielt sie auch bei anderen Midtempo-Nummern wie besagtes “Mama told me”. Beifall kassierte sie übrigens  – eine kleine Überraschung – auch für ihre kleine Beatbox-Nummer nach einem Snoop Dog-Titel. Trotz ernstem Gesicht und düsterem Song – vielleicht hat Lena, weil sie dennoch vergleichsweise recht natürlich wirkt, speziell gegenüber den typischen Eurovisions-Windmaschinen-Hupfdohlen, Chancen. Immerhin trug die Stimme, tatkräftig von den Background-Sängerinnen unterstützt, bis zum Ende des Konzerts. Langfristig sollte Lena wohl, wenn ich etwas raten dürfte, schnellere, fetzigere Songs im Indie-Stil singen, ähnlich wie sie auf dem Schaetzcken-Blog zu finden sind.

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