In diesem zweiten Teil der Foto-Des-Monats-Serie wechseln wir, anders als im letzten Artikel dieser Serie, komplett das Thema und werfen einen Blick auf einen bunten und sehr angesagten Trend: die Lomographie.
Die Künstlerin Jezabel ist eine leidenschaftliche Fotografin: Ursprünglich stammt sie aus einer Stadt von der Südspitze Spaniens, Gibraltar. Als sie noch sehr jung war, verließ sie ihre Heimat, um Bildende Kunst in Sevilla zu studieren, wo sie auch ihren Master in Innenarchitektur machte. Ein Bereich, in dem sie jetzt auch arbeitet. Seit sie die Olympus Pen Kamera ihres Vaters zum ersten Mal in Händen hielt, versuchte sie alles über analoge sowie digitale Fotografie herauszubekommen und all das selbst umzusetzen. Jezabel ist heute sehr vertraut mit digitaler Fotografie, erlag aber wie viele andere auch schnell der Faszination für Lomographie.
„Neben dem altmodischen Retro-Effekt, den die Fotos erhalten,wurde meine Aufmerksamkeit auf die Lomo-Technik dadurch erregt, dass ich mir keine Sorgen um ein perfektes Bild (bzgl. Licht, Komposition, etc.) machen muss. Ich kann das Produkt nicht wirklich kontrollieren: Es entstehen leicht Belichtungsfehler oder die Motive liegen leicht verschoben übereinander … Lomo bedeutet für mich, die Regeln zu brechen und nur ein Bild von etwas zu machen, das ich mag. Es ist eine Form der Fotografie, bei der man allein von seinen Instinkten geleitet wird.“
Eine der vielen Aufnahmen, die Jezabel von ihrer französischen Bulldogge Rocco nahm, wurde zum „Bild des Tages“ durch die Lomographie-Community gewählt. Wir haben ein weiteres Bild von ihr ausgesucht, das wir euch gerne vorstellen wollen. Jezabel sagt über dieses Foto: „Es war ein totales Lomo-Bild. Ich sah den Baum und mochte die Farben. Deswegen beschloss ich, ein Foto davon zu machen. Ich hatte das Licht sogar von vorne und ich fragte mich, wie das wohl aussehen wird.“
Die Bilder von Jezabel berühren eine Reihe von Themen, aber die Intimität ist immer spürbar: „Ich war zuvor an Landschaftsfotografie interessiert, weil ich anderen zeigen wollte, was ich an verschiedenen Orten gesehen hatte. Jetzt studiere ich die Einfachheit der Dinge. Das tägliche Leben der Menschen. Langsam achte ich auf die Einzelheiten, die verschiedene Orte oder Momente von einander unterscheiden. Mein Interesse wuchs an der Intimität menschlichen Verhaltens, wenn Menschen in ihrem natürlichen Lebensraum agieren. Irgendwann war ich mehr davon fasziniert, was Menschen an unterschiedlichen Orten tun, als von den Orten selbst.“
Wie schon in einem vorherigen Magazin-Artikel zum Thema, wollen wir hier nochmal aufzeigen, dass ein ähnlicher Lomographie-Effekt mit dem MAGIX Foto & Grafik Designer erzielt werden kann. Wer keine Mini-Diana oder Holga sein Eigen nennt, kann die 1970er Atmosphäre auch mit dem Bildbearbeitungsprogramm von MAGIX erschaffen. Der Lomographie-Effekte basiert in erste Linie auf zwei Faktoren: Die Lomo-Kameras können keine Details im Gamma-Bereich reproduzieren, was zu dem charakteristischen Kontrast zwischen Helligkeit und Farben führt. Die Lomographie-Farben wirken übersättigt – aber sie werden unschärfer, je näher der Betrachter zum Rand des Bildes kommt. Dies nennt man auch „Vignettierung“ oder „Tunnel-Effekt“. Eine Art dunkler Rand, der durch die fehlerhafte Linse der Kamera entsteht.
Hier ein paar praktische Tipps, wie man den fantastischen Lomo-Effekt mit der MAGIX-Software hinbekommt: Um die richtigen Farbtöne in die Bilder zu bekommen, einfach die Helligkeits-Einstellungen ändern, bis der richtige Ton da ist. Das Foto-Tool (in der linken Werkzeugleiste am Kamera-Symbol zu erkennen) erlaubt es, die Werte bei Sättigung, Helligkeit und Kontrast zu ändern. Hier die ungefähren Werte für den Lomo-Effekt: -10 bei der Helligkeit, 9 beim Kontrast, die Sättigung auf -40 reduzieren, die Temperatur auf 100 und Schärfe bzw. Unschärfe auf -12 setzen. Sobald dies gemacht ist, ist das Bild mit einem spürbaren Gamma-Effekt versehen – gesättigte Farben und ein wenig mangelnde Schärfe.
Jetzt müssen wir uns nur noch Gedanken wegen der Vignettierung machen: Einfach im Foto & Grafik Designer auf das „Live-Effekte-Werkzeug“ gehen (das ist das Stecker-Symbol in der Werkzeugleiste links) und oben, über der Werkzeugleiste den Button „Neu“ drücken. Hier auf „Farbfilter“ gehen und „chromatische Aberration“ auswählen, auf „Bearbeiten“ drücken und die „Wirkung“ auf -50 stellen (erscheint in neuem, kleinen Fenster). Anschließend den Weich-Filter auswählen und das Kamera-Zoomobjektiv auf einen Wert von -5 stellen. Hier haben wir es: der Unterschied zwischen einem bearbeiteten Digital-Foto und einem, das mit der Mini-Diana geschossen wurde, ist kaum mehr wahrnehmbar.
Wer mehr Inspiration möchte, kann auf Jezabel Flickr-Account gucken und natürlich auch mal die Möglichkeiten des Foto & Grafik Designers anschauen – auch in der Test-Version.






