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MIDI-Reihe – Teil 2: MIDI-Verkabelung, -Einstellungen und -Aufnahme

MIDI-Reihe – Teil 2: MIDI-Verkabelung, -Einstellungen und -Aufnahme

Nachdem wir euch im ersten Teil unserer kleinen Serie zum Thema „Arbeiten mit MIDI“ den Grundbegriff näher gebracht haben, ist es an der Zeit die Vorbereitungen vorzunehmen, bevor es mit der Aufnahme losgehen kann. Hierfür bedarf es zunächst der richtigen MIDI-Verkabelung samt passender Einstellungen.

Wenn ihr hier erst eingestiegen seid und den Begriff „MIDI“ in eurem musikalischem Wissen noch nicht ganz einordnen können, habt ihr die Gelegenheit dies in dem „Was ist MIDI?“-Artikel nachzuholen!

MIDI-Verkabelung

Das Aufnehmen und Bearbeiten von MIDI-Daten ist mit jeder gängigen DAW möglich – so auch mit MAGIX Music Maker oder Samplitude Music Studio. Um die mitgelieferten Software-Synthesizer mit MIDI-Befehlen zu steuern, müsst ihr nichts weiter beachten.

Anders sieht es aus, wenn ihr ein MIDI-Hardware-Gerät benutzen möchtet, z. B. ein MIDI-Keyboard, um etwas einzuspielen. Informiert euch zunächst in der Dokumentation eurer MIDI-Hardware, wie der MIDI-Anschluss zu konfigurieren ist. Üblicherweise verbindet ihr das MIDI-Keyboard über dessen MIDI-Out-Buchse durch ein MIDI-Kabel mit dem MIDI-In-Anschluss der MIDI-Schnittstelle am Computer oder der externen Soundkarte.

Wenn das Keyboard eine interne Klangerzeugung hat, ist es wichtig, die unmittelbare Klangproduktion durch die eigene Klaviatur abzuschalten. Denn die Klangerzeugung soll ja vom Programm aus über das MIDI-Kabel gesteuert werden. Diese Funktion ist allgemein bekannt als „Local OFF“ und sollte direkt am Keyboard einstellbar sein. Auch hier solltet ihr gegebenfalls das Handbuch eures Keyboards lesen.

MIDI-Einstellungen

Wir zeigen euch anhand des Beispiels von Music Maker wie ihr die MIDI-Einstellungen aufruft. Ihr könnt diesen Leitfaden aber auch für andere DAWs nutzen, da der logische Aufbau sich oftmals sehr ähnelt.

MIDI-Einstellungen-Music-Maker

Wählt im Menü „Datei“, dann „Programmeinstellungen“ aus. Dort findet ihr den Reiter „Audio/MIDI“. Im oberen rechten Bereich findet ihr „Eingabegerät“ und „Ausgabegerät“.

  • Unter dem „Eingabegerät“ sollte euer angeschlossenes MIDI-Keyboard aufgeführt werden.
  • Unter dem „Ausgabegerät“ könnt ihr z.B. einen angeschlossenen externen Synthesizer ansteuern.

Solltet ihr Samplitude Music Studio nutzen, stehen euch erweiterte Möglichkeiten der MIDI-Konfiguration zur Verfügung. Diese findet ihr unter dem Punkt „MIDI“ in den „Systemoptionen“ (Tastenkürzel Y).

An dieser Stelle legen wir euch diesen detaillierten Artikel ans Herz zum Thema „Audiogeräte, Einstellungen und Puffer in Music Maker“. Schaut in diesen unbedingt rein, denn damit könnt ihr sehr tief in die Materie eintauchen!

MIDI–Aufnahme

MIDI-Aufnahme in Music Maker

Für die Aufnahme von MIDI, benötigt ihr zunächst ein MIDI-Keyboard. Dieses schließt ihr an euren Computer bzw. Soundkarte an und nehmt dann die korrekten Einstellungen vor.

Sucht euch eine Aufnahmespur aus, auf die ihr aufnehmen möchtet. Dort kann eingestellt werden, ob Audio oder MIDI aufgenommen werden soll. Mit einem Doppelklick auf die rote REC-Schaltfläche in der Spur, erscheint „MIDI REC“ auf der Anzeige. Klickt ihr nur einmal, habt ihr die Einstellung für „AUDIO REC“ vorgenommen. Dies wäre aber für die Audio-Aufnahme, die wir an dieser Stelle nicht brauchen. Hier habt ihr eine Veranschaulichung dessen:

MIDI-Recording

Nun ist die Spur für die MIDI-Aufnahme vorbereitet. Klickt dann auf den roten Aufnahmeknopf in der Transportkontrolle und spielt drauf los. Während der Aufnahme wird dann ein neues MIDI-Objekt in die Spur geschrieben.

MIDI-Aufnahme in Samplitude Music Studio

Solltet ihr Samplitude Music Studio nutzen, könnt ihr dort auch mehrere MIDI-Geräte verwenden und diese gleichzeitig aufnehmen. Dort lässt sich in jeder Spur individuell einstellen, welches Gerät aufgenommen werden soll. Den schnellsten Zugriff auf die MIDI-Optionen der Spur gibt es über den Track Editor. Im Reiter „MIDI“ können alle wichtigen Optionen für das Ansteuern und Routen von MIDI-Geräten gefunden werden. Hier eine Hilfsgrafik dazu:

Hilfsgrafik-MIDI-Aufnahme

Eine weitere Konfigurationsmöglichkeit in Samplitude Music Studio sind die „SPUREINSTELLUNGEN“, die auch über das Tastenkürzel „Alt + I“ geöffnet werden können. Im Abschnitt „MIDI“ können die Aufnahme- und Abspielgeräte eingestellt werden. So sieht das Menü aus:

MIDI-Spureinstellungen-Screenshot

Praktischer Hinweis:
Ihr könnt hier ein Metronom mit Vorzähler setzen. Das Metronom gibt durch die gleichmäßigen Anschläge in Viertelnoten das Tempo vor und dient euch zur Orientierung. Die Einstellungen für das Metronom, könnt ihr über „SYSTEMOPTIONEN“ bzw. über das Tastenkürzel „Y“ unter dem Punkt „METRONOM“ erreichen. Ihr könnt auswählen, ob das Metronom beim Abspielen und bei der Aufnahme aktiv sein soll. Wenn euch der Sound des Metronoms nicht gefällt, kann dieser geändert werden. Ebenso ist es empfehlenswert, einen Vorzähler für die Aufnahme zu setzen. Damit wird allen Beteiligten vor der eigentlichen Aufnahme eine entsprechende Vorbereitungszeit gegeben. Nach der Aktivierung einer Aufnahme springt der Abspielmarker dabei zunächst vor den Aufnahmepunkt und startet die Aufnahme erst nach Ablauf der eingestellten Vorzähler-Zeit.

Aufnehmen mit Takes in Samplitude Music Studio

Oft kommt es vor, dass ihr mit einer Aufnahme nicht zufrieden seid und eine neue starten wollt. Dazu könnten ihr die letzte Aufnahme einfach löschen und den Aufnahmeprozess von vorne beginnen. Dies hätte allerdings zur Folge, dass das aufgenommene Material verworfen wird, bevor überhaupt klar ist, ob eine bessere Aufnahme überhaupt gelingen könnte.

Um dieses Problem zu umgehen, könnt ihr in Samplitude Music Studio mehrere „Takes“ hintereinander aufnehmen und euch erst nach der letzten Aufnahme für ein Take entscheiden.

Dafür nehmt ihr dieselbe Passage einfach noch einmal auf, ohne das Objekt zuvor aus der Spur zu löschen. Dann selektiert ihr das Objekt und wechselt über das Programmmenü „OBJEKT“ zum „TAKE-MANAGER“ bzw. Über das Tastenkürzel „Strg + Alt + Umschalt + T“. So sieht dieser aus:

MIDI-Take-Manager

Im Take-Manager findet ihr alle Aufnahmedurchgänge einzeln, untereinander angeordnet. Durch das Setzen eines Häkchen wählt ihr einen Take aus. Vergleicht eure Aufnahmen und entscheidet euch für eine, die euch am besten gefällt. Takes bleiben, solange diese nicht manuell gelöscht werden, im Objekt gespeichert. So könnt ihr jederzeit auf alternative Aufnahmen zurückgreifen.

Praktischer Hinweis:
Es stehen drei verschiedene MIDI-Aufnahmemodi zur Auswahl:

  • NORMAL: Bei jedem Aufnahmevorgang wird ein neues Objekt über dem existierenden Objekt erzeugt. Das alte Objekt bleibt erhalten und als Take gespeichert. Das entspricht dem Modus einer Audioaufnahme.
  • OVERDUB: Es wird in das bereits existierende Objekt aufgenommen. Vorhandene und neu aufgenommene MIDI-Daten werden zusammengemischt.
  • REPLACE: Es wird in bereits existierende Objekte aufgenommen; vorhandene MIDI-Daten werden dabei überschrieben. Dieser Aufnahmemodus bietet sich vor allem für Benutzer an, die keine gelernten Keyboarder sind. Sie fangen mit wenigen Noten an und fügen mit jeder Aufnahme weitere Noten hinzu, bis schließlich eine komplexe Melodie entstanden ist.

Der Aufnahmemodus lässt sich über die Transportkontrolle einstellen:

Transportkontrolle-MIDI

Mit dem Wissen aus diesem Artikel solltet ihr nun bereit sein, um im Music Maker oder Samplitude Music Studio MIDI-Aufnahmen durchzuführen. Viel Spaß beim Aufnehmen!

Im dritten Teil unserer MIDI-Serie werden wir euch zeigen, wie ihr die fertigen MIDI-Aufnahmen im MIDI-Editor bearbeiten könnt!

Autor

Basti ist seit Frühling 2015 bei MAGIX und arbeitet im Social Media Team mit Fokus auf Frankreich. Er studiert Musik und Medien und schreibt momentan seine Bachelor-Arbeit über die Ursprünge des Hip-Hop. Wenn er nicht gerade am „socialmedialisieren“ für MAGIX ist, liebt er es Klavier zu spielen und zu tanzen.

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