Durch die Fortschritte bei mobilen Technologien wie Tablet-PCs entstehen auch neue Schnittstellen und Arbeitsmethoden. Multitouch (Screen) ist zu einer allgegenwärtigen Lösung geworden und es ist nur eine Frage der Zeit, bevor im Bereich Musik-Machen ebenso das Potenzial der neuen Technologien genutzt wird und neue Methoden der Software-Steuerung und Interaktion möglich sind. Diese Technik ist nicht neu, aber seit der Einführung des iPad ist die Diskussion neu entflammt.
Was bisher zu hören war …
Bevor ich auf die aktuelle Debatte eingehe, halte ich es für notwendig, die bisherige Entwicklung aufzuzeigen: Lange Zeit war der Lemur von Jazzmutant das einzig kommerzielle Produkt, das es auf dem Markt zu erwerben gab. Veröffentlicht im Jahr 2005, war es der Zeit zwar voraus, doch seine wirklich Power wurde verkannt. Die Produktion wurde eingestellt, ohne dass das wahre Potenzial des Lemurs jemals hätte ausgelotet werden können. Das Produkt gab aber einen ersten Ausblick, was von einem mobilen Endgerät im Bereich Musik-Machen erwartet werden konnte. Vom gepfefferten Preis mal abgesehen, konnten sich die meisten Anwender für das Paradigma eines klassischen Hardware-Controler mit drucksensitiver Steuerung doch erwärmen. Im Laufe der Zeit interessierten sich so sowohl Fortgeschrittene als auch reguläre Anwender für die Multitouch-Technologie.
Wenn jetzt die Elemente Hardware, Software und Anwender-Interaktion gemeinsam in Betracht gezogen werden, kann das Ergebnis eine sehr kraftvolle Audio-Maschine sein: Intuitive Steuerung tief in das Programm hinein, neue Wege der Interaktion, anpassbare Programmoberflächen und Zehn-Finger-Multitouch-Steuerung. So entstehen wirklich neue Methoden des Arbeitens mit Musik am Rechner. Die Zehn-Finger-Steuerung wäre eine Vorraussetzung, doch meistens hat die aktuelle Hardware hiermit noch zu kämpfen. Die meisten haben sich so sehr an Computer gewöhnt, dass sie davon ausgehen, diese wären in der Lage eine unendliche Anzahl von Aufgaben zu lösen. Dies ist der Grund dafür, warum ein Produkt wie der Lemur so kraftvoll war: er wurde für eine bestimmte Aufgabe konzipiert – was eben seine Stärke war, gleichzeitig diese monothematische Einschränkung aber auch seinen Durchbruch als mobiles Endgerät verhinderte.
Auch deswegen geht die Entwicklung eindeutig hinzu multifunktionalen Tablet-PCs, die sich vor allem wegen der Steuerung vom regulären PC unterscheiden. Was dies für den Music Maker und das Musik-Machen mit dieser klassischen MAGIX-Software bedeutet, erläutern wir im zweiten Teil dieser kurzen Serie.






