News, Stories & Inspiration zu unserer Multimedia-Software

My Own Project – Tim Schultheiß, Moderator Radio Fritz

Fotolia 8287609 Subscription L My Own Project   Tim Schultheiß, Moderator Radio Fritz

tim 01878 My Own Project   Tim Schultheiß, Moderator Radio FritzDer Radio-Moderator Tim Schultheiß hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Sein Herz schlägt schon immer für die Musik und somit arbeitet er seit zwei Jahren als Reporter und Moderator für den Berliner Radiosender “Fritz“. Nebenbei versucht er nun auch, als Künstler auf der Bühne Fuß zu fassen. In unserem Interview nutzt er die Gelegenheit, über seinen Beruf und sein neues Projekt Auskunft zu geben.

Tim, du bist Moderator beim Radiosender “Fritz”. In der Medien-Branche musst du ständig up-to-date sein. Wie bereitest du dich auf eine Sendung vor, um in dieser auf aktuelle Ereignisse zu reagieren?

Grundsätzlich gilt: Nachrichten gucken, Spiegel lesen, Augen offen halten – das ist die lebenslange Vorbereitung jedes Redakteurs und Moderators.Direkt bei Fritz arbeite ich mich vom Formalen zum Speziellen durch. Für eine Sendung bei Fritz muss ich immer wissen: Was lief/läuft noch so auf Fritz? Wie ist die Stimmung im Sender, was sind die Top-Themen? Hatten wir Studiogäste, bekommen wir welche? Das gehört genauso zum Formalen, wie sich die Moderationen weitestgehend vorzubereiten. Jeder Beitrag auf Fritz wird an- und/oder abmoderiert, und diese Sätze möchten schon mundgerecht im Tim-Schultheiß-Style kommen. Das muss ich vorher machen – in der Sendung ist dafür kaum Zeit. Wenn das erledigt ist, kann ich versuchen, I-Tüpfelchen zu finden. Aktuelle Ereignisse sollten immer mal dezent Platz finden, auch kleine Gags machen jede Sendung spannender. Das ist dann die Kür – der Sendung einen Stempel aufdrücken – möglichst einen individuellen, überraschenden. Rein technisch gesehen findet so gut wie alles am Computer statt. Die Recherche in jeglicher Art sowie das Schreiben von Moderationen. In der Sendung selbst ist immer ein Newsticker offen – es kann ja immer mal sein, dass gerade Hertha spielt oder jemand aus dem All springt.

Du hast den kompletten Arbeitstag mit Musik zu tun. Inwieweit beschäftigt dich dieses Thema nach Feierabend noch in deiner Freizeit?

fritz2 My Own Project   Tim Schultheiß, Moderator Radio Fritz

Studiocam bei Radio Fritz

Zu 100%. Da ich Musiker aus vollem Herzen bin, genieße ich Musik während der Arbeit und hinterher. Bei Fritz beschäftige ich mich zwangsläufig auch mal mit Musik, die ich privat nicht anrühren würde. Das ist super für die Horizonterweiterung. Nach Fritz hole ich die Gitarre raus und lege los. Oftmals motivieren Studiogäste bei Fritz noch mehr, mich reinzuknien – da sehe ich ja face to face, wie das so ist, wenn man es geschafft hat und ins Radio eingeladen wird.

Mit deinem eigenen Projekt “The Tim Schultheiss Orchestra” möchtest du zukünftig die Bühnen der Welt erobern. Was kann man sich unter dem Projekt vorstellen und wie genau bist du involviert?

Das Orchestra ist mein Baby. Ich habe damit ein Singer Songwriter Projekt gegründet – was ich nie wollte! Ich war immer Rockmusiker in Bands. Aber nun sind an der Akustikgitarre diese Songs entstanden, die ich jetzt liveund auf einem Album verwirkliche. Durch meine Rockmusik-Liebe klingen die Songs auch nicht sooo ruhig, wie bei anderen Singer Songwritern. Ich bin der Kopf des Ganzen: Songschreiber, Interpret, Netzwerkverwalter (geiles Wort oder?). Also Facebook, Youtube, Soundcloud, auch das mache ich im Prinzip alles allein. Mein Wunsch ist es, andere Menschen mit der Mucke so glücklich machen zu können, wie es Musik mit mir machen kann! Außerdem bin ich ein humorvoller Mensch, weswegen ich vor lustigen, peinlichen Videos nicht zurückschrecke. Bei den Videos bekomme ich von guten Freunden Unterstützung.

Wenn du den Song fertig aufgenommen hast, geht es vermutlich an die Nachbearbeitung und den Video-Dreh. Wie viele Stunden musst du für ein professionelles Ergebnis investieren? Hast du ein paar Tipps für unsere Leser worauf bei diesen Arbeitsschritten zu achten ist?

Das ist die Frage aller Fragen! WANN gebe ich mich mit etwas zufrieden? WIE PERFEKT soll es sein? Denn meist ist es doch so: 90% des Ziels erreicht man schnell, ob Song oder Video oder Fotoshooting, aber die letzten 10%, die dann aus GUT hoffentlich GEIL machen, brauchen nochmal genauso viel Zeitinvestition wie die 90%, die man schon längst hatte. Ich bin mittlerweile sehr kritisch und perfektionistisch. Ich möchte so wenig Kompromisse wie möglich eingehen. Ich möchte nicht sagen: So muss es jetzt gehen, mehr Zeit kann ich dafür nicht aufbringen. Ich möchte mir den Mut leisten, zu sagen: NEIN, das ist es noch nicht. Das reicht nicht.Klassisches Beispiel: Songaufnahme: Du singst den Song ein, und alles klingt geil, bis auf eine Zeile. Findest du dich ab, weil der Arbeitsschritt “Aufnahme” durch ist? Oder legst du nach, und brauchst noch mal eine Weile?
Das muss jeder für sich entscheiden. Aber meine Erfahrung ist, jeder der es geschafft hat, gibt sich nicht mit irgendetwas zufrieden, sondern arbeitet dran, bis es perfekt ist. Kleine Schönheitsfehlerchen und Ecken und Kanten mal ausgenommen.Tipps für die Arbeitsschritte… Das Wichtigste ist: Zu wissen, was man machen will. Und es zu können. Beispiel Videodreh: Ist wirklich allen Beteiligten alles klar, worum es geht, und was in JEDER Szene passiert? Weißt zumindest DU es? Je besser vorher klar ist, was passiert – umso besser geht alles. Aus der Hüfte schießen und hoffen – das geht meist daneben. Für Aufnahmen gilt: Du musst deinen Scheiß KÖNNEN. Im Studio üben ist zu spät. Der Song, das Riff, das Solo, muss erst sitzen.

Ein eigenes Album ist wahrscheinlich der Traum aller Musiker. Strebst du auch dieses Ziel an? Wirst du dich für dieses Ziel persönlich an dein Pult und Schnittprogramm setzen oder welche Arbeiten gibst du bedenkenlos an andere ab?

Ja. Ich habe mit meinem Kumpel und Produzenten Thommy Muche mein Debüt-Album so gut wie fertig. Thommy war der Mann am Computer und am Schnittprogramm. Einen Computer kann aber auch nur einer bedienen Ich bin aber mittlerweile fit im Verstehen dieser Programme. Ich weiß, was Thommy da macht, und so saßen wir 2 dann wochenlang am PC und haben gebastelt (wenn ich nicht gerade eingesungen oder eingespielt habe). Sollte man grundsätzlich jemanden finden, dem man vertraut, ist das Arbeit abgeben natürlich klasse. Ich bin aber gerade am Lernen, es könnte also sein, dass ich in Zukunft noch mehr SELBST aufnehme – einfach weil die Möglichkeiten dafür da sind heutzutage. Für dieses Album habe ich das Mischen und Mastern an Thommy abgeben – was natürlich trotzdem heißt, dass ich selbst Ideen habe und ihm mitteile, und wir uns gemeinsam dem Ziel eines Songs nähern, Feedback geben und so weiter. Außerdem lasse ich die Videos und das Artwork zum Album von Freunden machen. Auch hier natürlich mit Feedback und Ideen von mir. THE VACUUM kommt dann hoffentlich Anfang 2013.