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Ohne Gewähr: Videos und Video-Plattformen

Ohne Gewähr: Videos und Video-Plattformen

Die folgenden Informationen stellen weder eine rechtliche Beratung dar, noch ersetzen sie eine solche. Die Absicht hinter dem folgenden Text und unserer Serie zu juristischen Fragen, die wir bezeichnenderweise “Ohne Gewähr” genannt haben, ist rein informeller Natur. Wir geben für den Inhalt keinerlei Garantie und lehnen jedwede Haftbarkeit ab. Das Nutzen der unten dargelegten Informationen passiert auf eigenes Risiko. Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass Gesetze und die allgemein juristische Situation von Land zu Land unterschiedlich sein können.

Wie bereits in vielen Artikel beschrieben, gehört das Bloggen zu den liebsten Beschäftigungen der Internet-Nutzer. Hinter Schreiben und Fotografieren wird Video zu einem immer wichtigeren Bestandteil auf diesen Medien. Als Beweis hierfür dient die steigende Anzahl von Persönlichkeiten, die sich aus der “YouTuber”-Sphäre generieren, und zunehmend zu einem sozialen Phänomen werden. Zuvor vor allem einer professionellen Elite vorbehalten, wurde das Bearbeiten von Videos dank überzeugender Werkzeuge für den Heim-PC schnell demokratisiert. Videobearbeitung ist nicht mehr so kompliziert, wie es einmal war und seine Ergebnisse mit der ganzen Welt zu teilen, ist mit wenigen Klicks machbar. Habt ihr euch aber je gefragt, was der rechtliche Status von Plattformen wie YouTube ist? Brecht ihr das Gesetz, wenn ihr illegale Videos schaut? Und was passiert, wenn ihr selbst ein Video hochladet, das das Copyright anderer bricht?

Als YouTuber wird man mit diesen Fragen konfrontiert – und dies wahrscheinlich häufiger, als es einem selber bewusst ist. Wenn ein Nutzer beispielsweise Geld mit Werbung in seinen Videos verdient, dann wird das Thema sehr schnell aktuell, sobald dieser die Werbe-Erträge vor dem Finanzamt deklariert. Denn bist du dir wirklich sicher, dass das Video, mit dem du Geld verdient hast, auch wirklich legal ist? Hast du die Rechte an dem Stück Musik, von welchem du fünf Sekunden in deinem Film benutzt? Die Richtlinien von Plattformen wie YouTube sind in diesem Zusammenhang sehr strikt: Wird ein Video entdeckt, welches Copyright verletzt, wird es automatisch entfernt. Diese Rigidität wird verständlich, wenn man sich die Massen an Videos anschaut, die auf YouTube sekündlich hochgeladen werden und die vergleichbare Größe an potenziellen Rechtsverletzungen, die beim Hochladen passieren können. Im Falle der Nutzung von kleinen Extrakten aus copyright-geschützem Material wie Film oder Musik beispielsweise für tumblr als animiertes GIF gibt es die Ausnahme genannt “fair use”. Aber wie bereits in einem vorherigen Artikel gezeigt, kann hier die Auslegung sehr subjektiv sowie komplex sein und die Beurteilung ändert sich komplett, wenn zum Beispiel Umsätze durch Videos erzielt werden, denn der wichtigste Aspekt des “fair use” ist der non-kommerzielle Ansatz.

Deswegen kann auch niemand wirklich dadurch überrascht werden, dass Anwender, die copyright-geschütztes Material hochladen, rechtlich belangt werden. Wie sieht es aber mit dem Anschauen solcher Videos aus? Eine delikate Frage: Wenn es erstens bereits für einen Nutzer schwer ist, mit absoluter Sicherheit zu sagen, ob ein Video gegen Copyright verstößt oder nicht, dann ist es beinahe unmöglich für YouTube zu wissen, ob der Nutzer sich über den Verstoß beim Schauen im klaren war. Das Problem wird hier deutlich. YouTube, das sich mit Millionen von Nutzern auseinandersetzen muss, hat kein Interesse, seine Anwender in gute und schlechte Nutzer aufzuteilen. Zusammengefasst stellt sich der Sachverhalt so dar, dass es immer eine rechtliche Unterscheidung gibt zwischen Anschauen und Aufnehmen. Wie bereits beschrieben, sind Anschauen, Lesen oder Beobachten nicht gleichzusetzen mit Aufnehmen oder Reproduzieren. Diese Gedanken sind natürlich nichts anderes als gesunder Menschenverstand: stellt euch mal das Chaos vor, wenn es schon strafbar wäre, sich copyright-gesichertes Material nur anzuschauen … Jeder Nutzer sollte sich aber bewusst machen, dass die Grenzen hier immer fließender werden – vor allem wegen dem Streaming als effektive und extrem populäre Alternative zum eigentlichen Download. Bei diesem technischen Prinzip wird es aber immer schwerer für die Rechteinhaber. Achtung! Wir wollen euch aber nicht mehr Kummer machen als nötig: die generelle Regel, dass Anschauen eines rechtlich unbedenklichen oder bedenklichen Videos nicht als rechtlicher Verstoß angesehen wird, gilt weiter – solange das geschaute Material nicht öffentlich gezeigt wird oder kopiert wird. Aber bei strikter Auslegung der Copyright-Gesetze könnten Nutzer verantwortlich gemacht werden, selbst wenn sie unwissentlich auf einen copyright-brechenden YouTube-Link klicken – nicht zu wissen, dass ein Video illegal hochgeladen wurde ist dabei irrelevant. Also aufgepasst: wenn es schwierig und mühsam ist, herauszufinden, ob das gewünschte Video gegen Copyright verstößt, seid dann wenigstens sorgfältig bei den Videos, die ganz offensichtlich gegen Urheberrecht verstoßen (wie beispielsweise die letzte Episode deiner Lieblingsserie): die gute Absicht wird nämlich immer geschätzt!

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