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Post-Produktion: Spezialtechniken in Video deluxe (2/4)

Post-Produktion: Spezialtechniken in Video deluxe (2/4)

Nachdem wir euch im letzten Teil unserer Reihe über die Postproduktion in Video deluxe alles über die Bildoptimierung erklärt haben, möchten wir euch nun einen Einblick in die Bearbeitung der Tonspuren geben.

Der Ton spielte früher, wie auch heute bei Filmen eine sehr große Rolle. Schon zu Stummfilmzeiten wurden die bewegten Bilder mit Musik unterlegt und auch heute findet man kaum einen Hollywood-Blockbuster, der nicht an bestimmten Stellen durch Musik emotional verstärkt wird.

Im Prinzip setzt sich die Tonspur in der Videobearbeitung aus vier Komponenten zusammen: die Originalgeräusche, Geräuscheffekte, Musik und Sprecherkommentare. Drei dieser Komponenten spielen in der Postproduktion eine große Rolle, die vierte, die Originaleffekte, werden natürlich mit dem Video direkt aufgenommen.

Wir zeigen euch jetzt, wie ihr Geräuscheffekte und Sprecherkommentare optimal in euren Film einbringt und inszeniert.

Nachvertonung mithilfe eines Soundarchivs

Jeder von euch kennt die Geräusche knarrender Türen, dumpfer Faustschläge oder auch zuknallender Autotüren. Solche Geräuscheffekte wurden für die Zuschauer nachträglich hinzugefügt, um Lacher zu erzeugen oder gewisse Szenen authentischer wirken zu lassen. Diese Nachvertonung in der Postproduktion ist eine Kunst für sich. Die Geräusche, die dabei herauskommen, werden so gemacht, wie wir in unserer Wahrnehmung konditioniert sind – und gleichzeitig wird ebendiese Wahrnehmung dabei weiter konditioniert. Wollt ihr also Filme wie die Profis machen, müsst ihr diese Konditionierung akzeptieren und euch auf die Suche nach Geräuschen begeben. Dabei zählt es nicht, welche Sound besonders echt klingen, sondern mehr, welche typisch sind.

Je fiktiver eure Handlung und je gestellter die Szenen sind, desto eher bieten sich nachträglich eingefügte Soundeffekte für euch an. Denn niemand erwartet von euch, solche Effekte in einer Dokumentation wiederzufinden. Hingegen werdet ihr bei eurem ersten Kurzfilm nicht darum herum kommen, euch nach geeigneten Geräuschen umzuhören.

Im Idealfall legt ihr euch mit der Zeit eine kleine Geräuschbibliothek zu.

Dazu sollten je nach Bedarf zählen:

  • Stadtgeräusche ( Autos, Hupen, Stimmen)
  • Vogelgezwitscher für Naturaufnahmen
  • Stimmgewirr für Menschenmengen
  • Wasserplätschern für Szenen von Bächen und Wasserfällen
  • Andere Naturgeräusche: Meeresrauschen, Regen, Wind…

Hierbei solltet ihr auch auf verschiedene Varianten achten um etwas Abwechslung in eure Filme zu bekommen.

Um Geräusche der Aufnahmen separat abzuspeichern, müsst ihr einfach nur einen Bereich oberhalb des Objekts aufziehen. Achtet dabei darauf, den Bereich so zu begrenzen, dass nur das Geräusch zu hören ist. Wählt anschließend im Menü DATEI > FILM EXPORTIEREN > AUDIO ALS MP3.
MP3 ist bei einer Bitrate von 192 kBit/s die optimale Speichermethode.

Sprecherkommentare in der Postproduktion

Sprecherkommentare sind sinnvoll, wenn zusätzliche Informationen zum Verständnis der Bilder nötig sind, oder ihr an die Zuschauer kommunizieren wollt. Ein klassisches Beispiel sind Nachrichtenbeiträge im Fernsehen, bei denen ein Sprecher die gezeigten Bilder kommentiert. Diese Kommentare können live, aber auch hinterher eingesprochen und bearbeitet werden.

Um ein Sprecherkommentar auszunehmen, braucht ihr zunächst ein Mikrofon, das an euren Computer angeschlossen ist. Für ein Sprecherkommentar reichen meistens die günstigen Mikrofone, wollt ihr jedoch hohe Qualität, müsst ihr auch mal etwas mehr investieren.

Und so geht es:

  • sucht die Stelle heraus, die ihr mit einem Sprecherkommentar versehen möchtet.
  • Schreibt euren Kommentar auf.
  • Bewegt in eurem Projekt in Video deluxe den Abspielmarker an die Stelle, an der ihr den Kommentar starten lassen wollt
  • Klickt auf die Aufnahmeschaltfläche unterhalb des Videomonitors und wählt AUDIO
  • Unter AUDIODATEI SPEICHERN ALS wählt ihr einen Dateinamen und Speicherort
  • Als AUFNAHMEQUALITÄT solltet ihr eine CD AUDIO wählen, da der Kommentar sonst schnell blechern oder dumpf klingen würde. Wählt außerdem den Punkt ABSPIELEN WÄHREND DER AUFNAHME aus, damit ihr am Videomonitor seht, welche Stellen ihr gerade kommentiert
  • Testet die Aussteuerung vor der Aufnahme. Sprecht ins Mikrofon. Wenn der linke und rechte Kanal ungefähr zwei Drittel ausschlagen, ist die Lautstärke gut. Klickt anderenfalls auf AUSSTEUERUNG…. und stellt die Lautstärke der Aufnahme etwas herunter bzw. herauf.
  • Aktiviert die Option NORMALISIEREN NACH DER AUFNAHME, um sicherzustellen, dass euer Kommentar laut genug sein wird.
  • Unter ERWEITERT… könnt ihr noch weitere Einstellungen treffen
  • Stellt die AUTOMATISCHE LAUTSTÄRKE-ABSENKUNG ANDERER TONSPUREN ein. So müsst ihr die anderen Spuren nachher nicht mehr manuell anpassen.
  • Klickt anschließend auf die rote Aufnahme-Schaltfläche im Hauptdialog und sprecht euren Kommentar ein.
  • Um die Aufnahme wieder zu beenden, klickt auf die schwarze Stopp-Schaltfläche.
  • Nun werdet ihr gefragt, ob ihr die Aufnahme verwenden oder wiederholen möchtet.
  • Klickt auf VERWENDEN, um die Aufnahme in die Timeline zu übernehmen.
  • Wiederholt diese Schritte nun an jeder Stelle, an der ihr ein Sprecherkommentar benötigt.

Die technische Seite der Synchronisierung – der Aufnahmeprozess – unterscheidet sich nicht vom Sprecherkommentar. Es entsteht jedoch in der Postproduktion das zusätzliche Problem, dass euch für jeden Kommentar nur ein ganz bestimmtes Zeitfenster zur Verfügung steht, wenn ihr nicht wollt, dass Ton und Bild stark auseinander laufen. Es sieht schließlich nicht gut aus, wenn Sprache zu hören ist, aber niemand seinen Mund bewegt!

Und so geht es:

  • Indentifiziert zunächst den Bereich, den ihr synchronisieren möchtet. Da die Zeit hier eine wichtige Rolle spielt, könnt ihr zur Hilfe einen In- und Out-Point setzen.
  • Schreibt genau – Wort für Wort –auf, was in diesem Bereich gesagt werden soll.
  • Achtet dabei auf die Zeit, die das Gesprochene braucht
  • Sprecht den Text erstmal teilweise und stoppt die Zeit.
  • Wenn ihr eure Synchronspur auf dieselbe Weise wie einen Sprecherkommentar eingesprochen habt, solltet ihr noch die ursprüngliche Tonspur stumm schalten. Klickt dazu auf das kleine M vor der Spur im Arranger.

So weit so gut. Probiert es am besten selbst einmal aus! Wenn ihr Video deluxe noch nicht besitzt, könnt ihr euch hier die kostenlose Testversion herunterladen.

Im nächsten Artikel unserer Reihe zur Postproduktion mit Video deluxe, werden wir euch alles über das Einspielen von Musik, der Tonoptimierung und der Lautstärkebearbeitung berichten. Bleibt dran!

Autor

Die Halbtags-Berlinerin, ist seit August 2014 ein Teil des MAGIX-Teams. Sie versucht in ihrer Freizeit die verschiedensten Facetten ihrer Mitmenschen, geprägt von dem Charme der Großstadt, einzufangen und unter anderem in Fotografien auszudrücken.

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