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TinyTales - Micro-Fiction im Twitter-Format

“Vorsichtig aktivierte sie den Zeitzünder und stellte die goldene Trophäe zurück in den Safe. In der Ferne dröhnten die Vuvuzelas.”

Ihr habt gerade einen kompletten Roman, aufs Twitter-Limit von 140 Zeichen eingedampft, gelesen. Tausende solcher gelungenen Kürzest-Geschichten oder Micro-Fiction sind auf  TinyTales zu finden. Originell genug, um in die Liste der Nominierten des Grimme Online Award für besten Leistungen beim Homepage erstellen aufgenommen zu werden. Wir von MAGIX unterstützen übrigens diesen Award durch von uns produzierte Einspielvideos. Der unermüdlich kreative Kopf hinter der Mini-Prosa der tiny tales ist Florian Meimberg. Hier ein Interview mit dem Autor der tausend Romane.

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Florian Meimberg, der Macher von TinyTales, Micro-Fiction im Twitter-Format

“In der Kürze liegt die Würze” – diesen etwas abgestandenen Spruch kann man für die frische Micro-Fiction auf Ihrem Twitter-Account durchaus anwenden. Quasi einen kompletten Roman in 140-Zeichen zu quetschen, verlangt schon einiges an Denkleistung – Wie gelingt Ihnen diese Konzentration auf das Wesentliche, wie haben Sie das gelernt?

Ich arbeite seit fast 15 Jahren in der Werbung. Heute als Regisseur, früher als Art Director und Creative Director in großen Werbeagenturen. Wenn man Werbekampagnen konzipiert oder umsetzt, kommt es genau darauf an: Eine Botschaft auf ihre wesentliche Aussage zu reduzieren und dann verdichtet und möglichst spannend aufzubereiten. Verdichtet zu erzählen ist mein Beruf.

Die Mini-Erzählung enthalten ja unglaublich viele gute Ideen. Haben Sie nicht Angst, dass andere Ihre Ideen aufgreifen, einen Bestseller daraus machen und Sie leer ausgehen? Gerade in Ihrer Werbebranche sind ja Ideen bares Geld wert.

Ich versuche, nicht allzu paranoid zu sein, wenn es um Ideenschutz geht. Gerade Twitter lebt nun einmal davon, öffentlich zu sein und möglichst viele Menschen zu erreichen. Und wenn’s hart auf hart kommt, zeigt die Timeline ja deutlich, von wann jeder Tweet stammt.

Haben Sie selbst schon einmal überlegt, sich der Langform, sprich einem “richtigen” Roman mit mehreren hundert Seiten oder einem Spielfilm zu widmen?

Roman eher nicht. Das wäre mir zu langwierig und deshalb auch zu einsam. Ich stehe am liebsten am Set und drehe. Natürlich irgendwann gern auch Spielfilme. Aber momentan machen mir kurze Formate wie Musikvideos und Werbespots einfach am meisten Spass. Weil sie schnell sind und intensiv. So wie die TinyTales.

Welche Twitter-Accounts followen Sie besonders gerne?

Ehrlich gesagt habe ich meinen prvaten Account (@flomeimberg) in letzter Zeit etwas vernachlässigt. Ich müsste den mal etwas entrümpeln und mir einen aktuellen Überblick verschaffen. Aber gerade in der Werbewelt gibt es viele sehr inspirierende Twitterer, wie zum Beispiel den genialen @bogusky. Mit meinem @tiny_tales Account folge ich jedem meiner Follower zurück. Und zwar, damit ich per DM mit ihnen kommunizieren kann.

Neben Twitter, Facebook und anderen Social Media arbeiten Sie als Werber ja auch in den klassischen Medien. Wie sehen Sie die zukünftige Rolle dieser Medien, werden Print, TV und Radio irgendwann sterben?

“Die Medien” sind wie große, lebendige Wesen, die sich ständig verändern. Sich weiterentwickeln, Evolutionen durchlaufen. Gerade sind sie in der Pubertät. Wir werden irgendwann (irgendwann bald!) ein einziges Gerät haben, das alle audiovisuellen Medien vereint. Und dieses Gerät ist natürlich digital. Die Menschen werden aber auch weiterhin Wörter auf Papier drucken. In User-Manuals für Computer zum Beispiel….



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