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Tutorial: Cinemagraphs ganz einfach mit MAGIX-Software erstellen

Tutorial: Cinemagraphs ganz einfach mit MAGIX-Software erstellen

Die Definition eines Cinemagraphs ist nicht ganz einfach. In einem Blog habe ich mal gelesen, dass diese kleinen Clips mehr als ein Bild und weniger als ein Video sind. Im Prinzip ist ein Cinemagraph eine GIF-Animation. Sprich, ein sich ständig wiederholender Videoclip. Wenn dieser gut aufgenommen und bearbeitet wird, kann er unglaublich gut aussehen und einem nicht auf die Schnelle los lassen. In diesem Tutorial zeige ich euch, wie ihr diese Clips selbst erstellen könnt. Eines vorweg: mit MAGIX-Software ist es ziemlich einfach.

Auch wenn es in diesem Tutorial nach viel Arbeit aussieht, ist es wirklich sehr einfach. Ich gebe euch lediglich ein paar Infos mehr in die Hand, damit ihr auch wisst, was ihr gerade fabriziert.

Ausgangssituation/Voraussetzungen

Was benötige ich überhaupt für ein Cinemagraph? Das Grundmaterial ist ein kurzer Videoclip. Dieser sollte allerdings unter bestimmten Bedingungen gefilmt worden sein. Das Objekt oder die Person, die ihr filmen möchtet, darf sich eigentlich nicht bewegen. Sie darf nur den Teil bewegen, der später auch als Endlosschleife zu sehen sein soll. In meinem Fall sind es die Augen. Vergesst nicht die Kamera auf ein Stativ zu befestigen. Wenn das Bild ruckelt ist es eigentlich schon unbrauchbar, da der Nachbearbeitungsaufwand viel zu groß wäre. Habt ihr euer kleines Set aufgebaut, sagt dem Modell oder dem Statisten (ganz wie ihr die Person nennen wollt) was diese tun soll. Eine Seite in einem Buch umblättern? Die Beine baumeln lassen? Oder den Kopf bewegen? Wichtig ist nur, das der Rest des Körpers sich nicht bewegt bzw. starr ist. Warum das so wichtig ist, werdet ihr spätestens bei den weiteren Schritten feststellen. Nehmt mit der Kamera die Szenerie für etwa zehn Sekunden auf.

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Den Clip in MAGIX Video deluxe importieren

Startet MAGIX Video deluxe und ein Grafikprogramm wie unseren MAGIX Foto & Grafik Designer. Zieht den Videoclip in eure Videospur in MAGIX Video deluxe. Dort trennt ihr erst mal die Ton- von der Videospur. Hier wird deutlich, warum ein Cinemagraph weniger als ein Video ist – es gibt keinen Ton. Ihr trennt die Spuren voneinander, in dem ihr den Clip markiert und in der mittleren Leiste auf die gelöste Kette „Gruppe auflösen (Umschalt+G)“ klickt. Nun nehmt die Tonspur und drückt auf „Entf“. Jetzt guckt ihr euch die Stelle an, in der das gefilmte Objekt die von euch gewünschte Aktion ausführt. In meinem Fall das Augenblinzeln. Dies soll der Mittelpunkt des Cinemagraphs sein. Also kürze ich den Clip vorn und hinten ein wenig, um den Mittelpunkt auf das Blinzeln zu legen. Jetzt hat das Video nur noch eine Länge von 3 Sekunden. Völlig ausreichend.

Eine Alphamaske erstellen

Für die weitere Bearbeitung benötigen wir eine Alphamaske. Was ist eine Alphamaske überhaupt? Nehmt das „Alpha“ aus dem Wort und schon lässt es sich einfacher erklären. Eine Maske ist ein von euch festgelegter Bereich in einem Bild, der bearbeitet werden soll, ohne das der Rest des Bildes davon betroffen ist. Sprich, nur der markierte Bereich wird bearbeitet. Der Bereich außerhalb der Markierung bleibt im Ursprung erhalten. Wie kann man sich das in einem Video vorstellen? Speziell für MAGIX Video deluxe hat bereits ein User in einem wirklich schönen Artikel erklärt, was alles mit Alphamasken möglich ist. Um ein Cinemagraph zu erstellen, soll ein Bereich starr sein und ein markierter Bereich soll sich bewegen. In meinem Falle möchte ich, dass sich nur die Augen bewegen und der Rest soll bewegungslos sein. Wie erreiche ich das?

Einen Frame abspeichern

Wir benötigen einen Szenenshot von dem Anfang unserer Szenerie. Das Bild nehmt ihr auf, in dem ihr auf „Datei“ → „Film exportieren“ → „einzelner Frame als Jpg“ klickt. Danach fügt ihr das Bild gleich in dieses Projekt ein oder speichert es separat ab. Jetzt müssen wir eine Kopie des Bildes bearbeiten. Voraussetzung für eine Alphamaske ist ein Bild, in dem es einen schwarzen und einen weißen Bereich gibt. Wie das genau aussieht, seht ihr im Folgenden. Ich öffne das Bild mit dem MAGIX Foto & Grafik Designer und schneide die Augen heraus. Hört sich ziemlich ekelhaft an.

Mit dem Formeditor-Werkzeug könnt ihr einzelne Punkte setzen, die dann miteinander verbunden werden. Ist der Bereich markiert, wollen wir, dass dieser ausgeschnitten wird. Dazu klicke ich die beiden

schwarzen Bereiche und das Bild mit gedrückter Strg-Taste an. Danach auf „Anordnen“ → „Formen kombinieren“ →„Formen subtrahieren“. Diesen Prozess zwei Mal. Das führt dazu, dass die Markierungsbereiche, die ihr erstellt habt, ausgeschnitten werden. Nun muss der restliche Bereich mit Weiß gefüllt

werden. Also links auf das „Füllwerkzeug“ klicken und oben „einfarbig“ auswählen. Danach unten einfach die Farbe Weiß auswählen. Nun erstellen wir noch ein schwarzes Rechteck, das eine Ebene tiefer liegt, damit es die vorher Markierten Augen schwärzt. Schon haben wir unsere Vorlage für die Alphamaske. Jetzt speichern wir das Bild ab und fügen es dem MAGIX Video deluxe-Projekt zu.

Das Formeditor-Werkzeug

„einfarbig“ auswählen

 

 

 

 

 

 

 

Eine Ebene nach hinten einstellen

Die Augen markieren und schwärzen

 

 

 

 

 

 

Die Alphamaske auswählen

 

Das Bild zu der Alphamaske legt ihr genau unter dem Clip. Das Standbild, das ihr vorher gemacht habt, legt ihr unter das Bild der Alphamaske. So nun ist das Cinemagraph fast fertig. Markiert das Bild der Alphamaske und klickt rechts oben auf den Bereich „Effekte“. Dann „Videoeffekte“ → „Chroma Key“ → „Alpha Maske“. Nun seht ihr auf dem markierten Bild einen Pfeil der nach unten zeigt. Das bedeutet, dass von dem unteren Standbild die Bereiche übernommen werden, die im weißen Bereich der Maske liegen. Vom oberen Videoclip werden die Bereiche hinzugefügt, die in

Die Alphamaske in der Videospur einstellen

der schwarzen Markierung liegen. Das bedeutet also, dass die Alphamaske zwei Videospuren miteinander verbindet, wenn ihr vorher definiert, was übernommen werden soll.

Nun ist euer Cinemagraph fertig. Wenn ihr auf „Datei“ → „Film

exportieren“ → „Animiertes GIF…“ klickt, wird die Datei als Animation abgespeichert. Wenn ihr diese nach dem Mixdown öffnet, könnt ihr euer eigenes Cinemagraph bewundern.

Die Nachbearbeitung

GIF-Animationen haben ein typischen rauschen bei bestimmten Farbtonen. Wenn ihr die Farbsättiung etwas herunterschraubt, kann das Rauschen reduziert werden.

Da eine GIF-Animation ein sich ständig wiederholender Videoclip ist, kann es euch passieren, dass es am Ende des Clips farblich etwas anders aussieht, als am Anfang. Dafür gebe ich euch einen Trick17:

Trick: die „Reverse“-Funktion

markiert alle Spuren, haltet die „Strg“-Taste gedrückt und zieht den gesamten Bereich nach rechts direkt an den ersten Bereich. Markiert den oberen Clip. Klickt oben rechts auf „Effekte“ → „Videoeffekte“ → „Geschwindigkeit“. Danach auf „Reverse“. Was habt ihr gemacht? Der

ganze Clip wird jetzt nochmals rückwärts abgespielt. Das hat einen entscheidenden Vorteil. Das Ende und der Anfang in der GIF-Animation hat die gleiche Farbabstimmung und der Übergang wirkt dadurch flüssiger.

 

Mit ein klein wenig Übung habt ihr den Bogen raus und bereits bei dem zweiten Cinemagraph habt ihr diese Punkte verinnerlicht. Nun wünsche ich euch viel Spaß. Ich habe hier noch ein weiteres erstellt:

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