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Wie ein Mountainbike-Film entsteht – Interview mit Benny von Code2012

Wie ein Mountainbike-Film entsteht – Interview mit Benny von Code2012

Über sein Blogprojekt downhill2012 bin ich auf Benny aufmerksam geworden. Nach einem kurzen Mailwechsel war ich verblüfft, was alles hinter dieser Seite steht. Seit 2010 produziert er, zusammen mit 20 Freunden und Gleichgesinnten, einen Mountainbikefilm, in dem Mensch und Natur im Einklang sind – Code2012: More than a bike Ride! Besonders fasziniert hat mich, dass dieses Projekt aus eigener Kraft entsteht. Wir von MAGIX haben dieses Filmprojekt mit unserer Videoschnittsoftware MAGIX Video deluxe Premium unterstützt.
Da ich mich selbst für diesen Sport interessiere, habe ich mir die Gelegenheit zu einem Interview nicht entgehen lassen. Im folgenden erfahrt ihr die Hintergründe des Filmprojektes und bekommt zusätzlich viele Tipps zu der Umsetzung einer Filmidee.

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Hohe Sprünge und Geschwindigkeitsrausch – Downhill-Mountainbiking! (Copyright: Anja Sniehotta)

Story telling! Hinter jedem Filmprojekt steckt eine interessante Hintergrundgeschichte, die den Anstoß dafür gegeben hat. Erzähle uns doch bitte den Hintergrund zu Downhill/Code2012.

Die komplette Geschichte wäre ein bisschen zu lang. Ich versuche es etwas abzukürzen. Downhill2012.de begann als Challenge für mich selber. Nachdem mich der Film „Virtuous“ von Ionate Films wieder zum Biken gebracht hatte, setzte ich mir selber das utopische Ziel, innerhalb von zwei Jahren physisch und ausrüstungstechnisch so fit zu sein, um ein Downhill-Rennen (mit einem Mountainbike eine vorgegebene Strecke den Berg herunterfahren) bestreiten zu können. Es begann als eine Art Trainingstagebuch im Netz. Ich merkte jedoch schnell, dass das gesetzte Ziel nicht wirklich für mich zu erreichen war und meine Interessen zwar mit Leib und Seele beim Biken hingen, aber die Fotografie und das Filmen immer mehr eine zweite Leidenschaft weckten. Dann führte ich ein Interview mit Brian und Fabian von Ionate Films über den Film „VAST“, der damals erschien und mich völlig faszinierte. Danach entstand die Idee zum eigenen Film. Ich hatte natürlich weder Ahnung davon, noch die passende Ausrüstung. Letzteres war besonders in der Anfangszeit ein Problem. Denn mit einer alten MiniDV Kamera kann man heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor locken.

Es begann also ein langer, stressiger und aufregender Weg. Downhill2012.de verwandelte sich mehr und mehr in einen klassischen Blog mit News aus der Szene und aus ihm wiederum entstand dann Ende 2010 das Film-Projekt „Code2012“.

Wie kommt ihr an das Bildmaterial? Filmt ihr euch selbst oder engagiert ihr auch Fahrer?

Do it yourself! Unser Film will ganz nah an der Realität sein. Ganz klar liegt dabei der Fokus auf eigen produziertes Material. Ich selber stehe dabei weniger vor, als Hinter der Kamera. Aber dank unserer ehrenamtlichen Rider wie z.B. Gabo und die Wildbader Dudes, wird es nie langweilig auf dem Screen.
Unsere Fahrer heißen eben nicht Sam Hill oder Gee Atherton, aber nicht weil wir keine Fans von Ihnen sind. Wir wollen vielmehr Biker vor der Linse haben, die unbekannt, aber mit mindestens genauso viel Leidenschaft und Spaß bei der Sache sind, wie die großen der Szene. Oder sagt dir der Name „Jan-Gabriel Scheller“ etwas? Nein? Aber bald! Unsere Stars sind also die unentdeckten.
Wir halten uns aber offen, einen bekannten deutschen Fahrer auftreten zu lassen.

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(Copyright: Anja Sniehotta)

Nachdem ihr eure Aufnahmen in der Kiste habt – Welche Nachbearbeitungen fallen an und wie hilfreich ist MAGIX Video deluxe für euch bei der Produktion.

Das erste was ich immer nach einem Dreh mache, ist unter die Dusche springen, was zu essen machen, Kamera an den Fernseher und einen ersten Blick auf das Material werfen. Dabei sortiere ich die guten und die weniger guten Takes gleich aus und mache mir ein paar Notizen.
Die eigentliche Bearbeitung des Materials geschieht erst Wochen später. Wenn es dann soweit ist, kommt Video deluxe zum Zuge. Ich war damals, als ich die Testversion installiert hatte, von den vielen Möglichkeiten begeistert und davon, dass die Software auch auf älteren Systemen eine ordentliche Figur macht. Natürlich hat es einige Zeit gedauert bis ich mich reingefuchst habe, und ich kenne heute noch nicht alle Möglichkeiten von Video deluxe, aber das ist eben das schöne. Man findet immer wieder neues und kann es recht spielerisch einsetzen. Das erleichtert den Einstieg.

Aber ich schweife etwas ab. Ist das Material auf dem Rechner, werden nocheinmal die besten Szenen herausgefiltert. Danach wird der grobe Plan angelegt, wann welcher Take und Ausschnitt des Takes eingebunden wird. Sprich der Schnitt. Es folgen die Übergänge und Texteinblendungen. Steht das Gerüst, geht es an die Nachbearbeitung von Ton und Bild. Man kann die beste Kamera auf dem Markt haben, aber eine Farbkorrektur ist eigentlich immer nötig. Auch die Schärfe und der Kontrast müssen stimmen. Mit Video deluxe geht es wirklich kinderleicht von der Hand.

Ist dieser Teil erledigt, exportiere ich den Clip in eine Videodatei. Oft vergehen Tage oder Wochen, bis ich mich dann erneut an die Bearbeitung mache. Meine Ruhephase. Ideen, die mir in der Zwischenzeit kommen, notiere ich mir und setze sie dann später um. Wenn alles passt, spiele ich gelegentlich mit den Filtern von proDAD und Co. Gefällt mir das fertige Werk, exportiere ich es und lade es bei Youtube hoch.

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(Copyright: Anja Sniehotta)

Sicherlich liegen bei der Realisierung eurer Ideen immer wieder Stolpersteine im Weg. Vielleicht könnt ihr Hobbyfilmern Tipps geben.

Klar, alleine eine entsprechende Kamera für den Film zu organisieren war ein Kraftakt. Ich hätte nie gedacht, dass sich Sony dazu bereit erklärt uns die Kamera zu stellen und MAGIX das passende Videoschnittprogramm. Aber mit Fleiß und Ehrgeiz kann man alles schaffen.
An erster Stelle steht das Konzept. Was will ich machen? Gibt es ähnliche Filme und Ideen? Wie wurden diese umgesetzt?
Sind diese Fragen geklärt, sollte das Konzept irgendwo niedergeschrieben werden. Dann folgt unweigerlich die Frage, welches Equipment ich benötige. Es gilt also, Material zu organisieren und sich Gedanken über die Drehorte zu machen. Oft wird auch eine Dreherlaubnis oder ein Pressezugang benötigt.

Brauche ich Darsteller für meinen Film? Wenn ja, wo bekomme ich diese her? Am besten erst im Freundeskreis und im Internet umschauen. So sind wir alle bei „Code2012“ zusammengekommen.
Wer einen Sponsor sucht, benötigt ein stichhaltiges Konzept. Zeige dem Unternehmen wo der Vorteil für es ist und wo du die Firma im Film präsentieren wirst. Nicht jede Firma reagiert auch sofort auf solche Anfragen. Von daher ruhig viele Eisen im Feuer halten und sich dann für die Richtigen Entscheiden.

Beschäftigt euch mit der rechtlichen Lage. Viele unterschätzen dieses Thema völlig und werden böse überrascht. Insbesondere beim Thema Musik solltet ihr wachsam sein. Ich kann nur empfehlen GEMA-Freie Musik zu verwenden. Natürlich ist es schöner einen bekannten Track im Film auftauchen zu lassen, aber diese Musik ist rechtlich geschützt. Recherchiert mal nach Andreas Marek oder allgemein GEMA-Freie Musik. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele geile Tracks zu finden sind, die nicht jeder hat. Sie geben dem Film gleich etwas Besonderes. Ihr solltet euch auch über eure Darsteller Gedanken machen. Je nach Größe und Aufwand des Projektes, sind hier auch Verträge ratsam. Insbesondere wenn finanzielle Mittel nötig sind oder eventuell eine gefährliche Szene ansteht.

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Einer der Hauptdarsteller: Jan-Gabriel Scheller aka. Gabo (Copyright: Anja Sniehotta)

Wie sind die nächsten Pläne? Wer kommt als nächstes vor die Linse?

Aktuell liegt der Trailer für das Jahr 2012 bei mir auf´m Tisch und ist auch kurz vor seiner Fertigstellung. Und der wird ein Knaller sag ich dir icon wink Wie ein Mountainbike Film entsteht – Interview mit Benny von Code2012

Zwischendurch wollen wir schnittige Aufnahmen im Harz machen und schauen uns neue Darsteller an. Im September ist dann der GDC (German Downhill Cup) zu Gast in Thale (Harz), wo es dann wieder um Raceaction geht. Es wird auch viel Dokumentarisches produziert. Ein Teil der Wildbader Dudes, Gabo und unsere Fotografin Anja Sniehotta werden wieder dabei sein. Da heißt es dann ein ganzes Wochenende Filmen, Knipsen und Feiern.
Später im Jahr folgen dann noch weitere kleinere Drehs im Bikepark oder auf Trails in freier Natur und ein Winterdreh, auf den ich mich schon ganz besonders freue.

Dann gehen die Vorbereitungen für 2013 los. Die Dirtmasters in Winterberg stehen hier ganz besonders im Fokus. Hier werde ich mich auch selber beim Enduro Rennen versuchen. Danach geht es so langsam in die Schlussphase. Location für die Premiere organisieren, Abschlussinterviews drehen, die Post Produktion und so weiter und so weiter…

Es gibt viel zu tun! Packen wir es an!

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Benny, Anja und Gabo (Copyright: Anja Sniehotta)

Und Hier noch der Trailer zum Film Code2012 – More Than A Bike Ride: